Landy, Friedrich Ludwig (1859-1912), Techniker, Schriftsteller und Journalist

Landy Friedrich Ludwig, Techniker, Schriftsteller und Journalist. * Wien, 1. 1. 1859; † Wien, 1. 11. 1912. Nach technolog. und je vier Semestern kunsthist. und literaturwiss. Stud. in Zürich arbeitete L. 1881–86 als Techniker in Rußland. Er schrieb dort zahlreiche Essays und Feuilletons, besonders über russ. Kultureinrichtungen, die er an dt. Bll. schickte. Ab 1897 wieder in Wien, wirkte er hier als Schriftsteller und Mitarbeiter verschiedener Ztg. und Z.; 1893 war L. Berichterstatter von der Chicagoer Weltausst. Sein schriftsteller. Werk zeigt ihn als scharfen Beobachter und Kritiker, der auch in der Verwirklichung von ihm bejahter Ideol. Irrtum und Schuld erkannte und freimütig darstellte. Treffende psycholog. Schilderungen des Einzelnen wie volklicher Eigenart sowie anschauliche Zukunftsvisionen angesichts der fortschreitenden Mechanisierung und Überzivilisation werden in ihrer Wirkung durch lehrhafte Reflexionen beeinträchtigt.

W.: Das Blumenmädl (Volksstück), Musik von J. Krenn, 1902; Das Haus Bulton (Kulturroman), 1904; Lieder, 1906; Eine viermal bezahlte Rechnung (Humoresken), 1909; Beitrr. für Ztg. und Z. Hrsg.: Internationale Correspondenz für Politik und Volkswirtschaft, 1903.
L.: Brümmer; Giebisch–Gugitz; Kosel, Bd. 1; Kürschner, 1902–09.
(Hanus)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 20, 1969), S. 435f.
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