Langenau, Friedrich Karl Gustav Frh. von (1782-1840), Feldmarschalleutnant

Langenau Friedrich Karl Gustav Frh. von, General. * Dresden, 7. 11. 1782; † Graz, 4. 7. 1840. Bruder des Gen. und Diplomaten Eduard G. W. Frh. v. L. (s. d.), Vater des Vorigen; nach dem Willen des Vaters (kursächs. Gen.-Lt., Inspekteur der Inf. und des Festungsbaus) trat L. 13jährig als Fähnrich in kursächs. Dienste, durchlief eine steile militär. Karriere (1808 Hptm., 1809 Obstlt., Flügeladj. des Kgs., 1812 GM) und beteiligte sich 1796–1812 an allen sächs. Kriegshandlungen. Die Ernennung des 30jährigen zum Chef des Gen.-Stabes beim 7. Armeekorps des Gen.-Lt. Reynier in Rußland wie seine Berufung zum Gen.-Adj. des Kgs. (1813) kennzeichnen seinen wachsenden militär. und polit. Einfluß. Als eine der Triebkräfte antinapoleon. Politik nach 1812 war er mitverantwortlich für die Abkehr des sächs. Kg.s von Napoleon, leitete die militär. Absetzbewegung von Franzosen und Russen und begleitete seinen Kg. nach Böhmen. Nach dem Scheitern dieser Neutralitätspolitik Sachsens wurde L. (1812 Ritter der Französ. Ehrenlegion) 1813 in österr. Dienste übernommen. Im Gen.-Quartiermeisterstab Radetzkys und als Gen.-Quartiermeister der Oberrheinarmee erwarb sich L. 1813–15 hohe Verdienste (Ritter des Milit.-Maria-Theresien-Ordens). Nach kurzer Tätigkeit als persönlicher Referent im Präsidialbüro des Hofkriegsrats-Präs. 1816–18 als Brigadier in Linz, wurde L. infolge seines polit. Engagements (am Wr. Kongreß in der Militärkomm. und der sächs. Frage) durch Metternich als österr. Bevollmächtigter bei der Militär-Zentralkomm. am Bundestag in Frankfurt ernannt, wo er 1818–28 neben seinen militär. Aufgaben (Aufstellung des Militär-Verfassungsplans und der Festungsanlagen des Dt. Bundes) in direktem Einvernehmen mit Metternich auch als polit. Beobachter fungierte. Dabei befürwortete er den Plan einer „Epuration“ des Bundestages von liberal-oppositionellen Kräften. 1824 Inhaber des IR. 49, 1827 FML und Frh., 1829–32 Divisionär in Ofen, ab 1832 Adlatus beim Gen.-Kmdo. in Galizien (Erzh. Ferdinand d’Este), 1835 Kommandierender Gen. in Galizien, 1839 Kommandierender Gen. für Innerösterr. L., seit 1833 auch w. Geh.Rat, besaß im vormärzlichen Österr. durch seine Verbindung mit Metternich und Gentz (s. d.) nicht nur militär., sondern auch polit. Einfluß.

L.: Militär-Ztg. 11, 1858, S. 637 f., 645 f.; Hirtenfeld: Wurzbach; ADB; Gotha, Frh., 1855; C. A. Schweigerd, Österr. Helden und Heerführer, Bd. 3, Abt. 2, 1855, S. 961 ff.; Enc. der neueren Geschichte, hrsg. von W. Herbst, Bd. 3, 1886; A. Prokesch, Denkwürdigkeiten aus dem Leben des FM Fürst K. zu Schwarzenberg, 1823; J. W. Radetzky, Denkschriften militär.-polit. Inhalts, 1858; ders., Erinnerungen aus den Freiheitskriegen, 1864; J. W. v. Zezschwitz, Mitth. aus dem Leben eines sächs. Staatsmannes, 2. Aufl., 1864; H. v. Petersdorff, Gen. J. A. Frh. v. Thielmann, 1894; A. Brabant, In Rußland und in Sachsen 1812–15. Aus den Erinnerungen des sächs. Gen.-Lt… . F. v. Funck. 2. Aufl. 1930; V. Bibl, Radetzky, 1955; O. Regele, Radetzky, 1957; K. Schwarzenberg, FM Fürst Schwarzenberg, 1964.
(Rumpel)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 2
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