Lantschner, Georg (1772-1823), Freiheitskämpfer und Seelsorger

Lantschner Georg, Freiheitskämpfer und Seelsorger. * Steinegg b. Bozen (Südtirol), 9. 4. 1772; † Preding (Stmk.), 15. 11. 1823. Großonkel des Vorigen und des Folgenden; nach Stud. der Theol. in Brixen (Priesterweihe 1797) war er ab 1806 als Kurat in Weitental tätig. 1809 sammelte er die Schützen seiner Gemeinde und nahm mit ihnen am 10. und 11. 4. an den erfolgreichen Kämpfen an der Ladritscher Brücke (bei der späteren Franzensfeste) teil. Anfangs August mobilisierte er die Schützen seiner weitzerstreuten Pfarre sowie der Nachbarpfarren und befehligte bei den Kämpfen in der „Sachsenklemme“ die Schützen des vorderen Pustertales. Auch beim letzten Aufflackern der Erhebung, Ende November, beteiligte er sich bei der erfolglosen Belagerung des von den Franzosen besetzten Bruneck. 1810–13 war er Kooperator zuerst in Perchtoldsdorf und dann in Breitenfurt bei Wien. Im Februar 1813 arbeitete er in Kärnten im Dienste Hormayrs (s. d.) und damit des „Alpenbundes“ an der Revolutionierung Tirols, im September 1813 agitierte er im Tauferertal und im westlichen Pustertal eifrig für den Anschluß Tirols an Österr., bis er in die Stmk. abgeschoben wurde. Dort wurde er Aushilfspriester und am 1. 1. 1823 Pfarrer in Preding.

L.: Tiroler Anzeiger, 1928, n. 17; Dolomiten vom 23. 6. 1965; H. Schmölzer, A. Hofer und seine Kampfgenossen, 1900, S. 118, 191; R. Granichstaedten-Czerva, A. Hofers alte Garde, 1932, S. 305 ff.; ders., Beitrr. zur Familiengeschichte Tirols, in: Schlernschriften, Bd. 131, 1954, S. 88; Kosch, Das kath. Deutschland; E. Wertheimer, Die Revolutionierung Tirols i. J. 1813, in: Dt. Rundschau, 1904, S. 116 f.; J. Hirn, Tirols Erhebung i. J. 1809, 1909, S. 287 f., 292, 570 f., 587 f., 808 f.
(Gschließer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 18f.
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