Lapp, Daniel von (1836-1910), Bauunternehmer und Industrieller

Lapp Daniel von, Bauunternehmer und Industrieller. * Ixheim (Bayern), 11. 5. 1836; † Graz, 14. 10. 1910. Bruder des Folgenden; ursprünglich in Deutschland als Bauunternehmer tätig, ließ er sich 1871 als solcher in der Stmk. nieder und baute in der Folge u. a. die Bahnlinien Schwanberg–Wies (1873 eröff.) mit Nebenstrecken nach Steieregg und Pölsing sowie 1873–75 Reichberg— Friedland und verwendete hier 1873 als erster Bohrmaschinen mit Dampfbetrieb. 1880 wurde der Fa. L., der seine Brüder Ludwig L. (* Ixheim, 29. 5. 1845) und Jakob L. (* Ixheim, 20. 6. 1834) angehörten, der Bau der Westseite des Arlbergtunnels übertragen, bei welchem L. selbst die maschinelle Bohrung leitete. In großartiger techn. Leistung, die allg. Aufsehen erregte, vollendete er das Werk, für welches das Min. eine Bauzeit von 5 Jahren festgelegt hatte, in 3½ Jahren. 1875 erwarb er gem. mit Friedrich August L. in Graz eine Tischler- und Schlosserwarenfabrik, 1892 eine Eisen- und Bergbauges. in Rottenmann, deren Ausbau sich aber sein Bruder widmete. 1875 kaufte er Schloß Hornegg b. Preding und gestaltete es zu einem Mustergut aus. 1885 gingen Freischürfe auf Kohle im Schalltal (Wöllan) und Umgebung sowie das Glanzkohlenbergwerk Buchberg b. Cilli in seinen Besitz über. Er baute diese Werke großzügig aus, entdeckte dort eines der größten Braunkohlenlager Europas und errichtete die erste Brikettfabrik der Stmk. Seine letzte Arbeit als Bahnbauunternehmer war die Strecke Cilli-Wöllan, deren Bau er angeregt und dafür selbst große finanzielle Opfer gebracht hatte. L., einer der bekanntesten Eisenbahnbauer und angesehensten Großindustriellen der österr.-ung. Monarchie, wurde 1886 nob. und war Ehrenbürger der Marktgemeinde Preding.

L.: (Grazer) Tagespost vom 15. und 17. 10., Dt. Wacht vom 19. 10. 1910; Rheinpfalz vom 13. 8. 1959; L. Stelzl, Erinnerungsschrift zum 25jährigen Todestag, 1935; Steir. Unternehmer des 19. und 20. Jhs., hrsg. von F. Tremel, in: Z. des hist. Ver. für Stmk., Sonderh. 9, 1965, S. 41 ff.
(Hillbrand)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 25
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