Lardschneider, Archangelus-Ciampaĉ (1886-1950), Philologe

Lardschneider Archangelus-Ciampaĉ, Philologe. * Wolkenstein i. Gröden (Südtirol), 3. 10. 1886; † Innsbruck, 19. 3. 1950. Aus alteingesessener Bauernfamilie; stud. an der Univ. Wien Romanistik bei Meyer-Lübke, 1909 Dr.phil.; lehrte zuerst dt. Sprache in Troyes, ab 1910 Französ. und Italien. in Meran, dann in Kufstein und wirkte 1918–38 und 1945–47 als Prof. an der Realschule in Innsbruck, 1918–22 war er an der Univ. Innsbruck Lektor für Französ. Gem. mit A. Maneschg vertrat er 1919 die Ladiner in der Provisor. Landesversmlg. von Tirol. Versuche, die zentralladin. Mundarten durch Schrifttum zu beleben, scheiterten im Ersten Weltkrieg. Vom väterlichen Hof Larcionëi und durch langjährige Sammelarbeit mit seinem ladin. Talschaftsdialekt eng vertraut, veröff. er 1933 ein mustergültiges Grödner Wörterbuch, das infolge der polit. Ereignisse fast unbeachtet blieb. Um Erhaltung, brauchbare Schreibweise und lebendiges Sprachleben der rätoroman. Dolomitenmundarten bemüht, schuf L. für deren Aufschwung in zwei Jahrzehnten wesentliche Grundlagen, insbesondere mit dem ersten vollständigen, in Laut- und Bedeutungswiedergabe verläßlichen etymolog. Wörterbuch.

W.: Kalënder de Gerdëina, 1911/12; Calënder ladín, 1913; Selbstbestimmungsrecht für die Ladiner, 1918; Wörterbuch der Grödner Mundart, in: Schlernschriften, Bd. 23, 1933.
L.: Tiroler Nachrichten und Tiroler Tagesztg. vom 21. 3. 1950; Wiss. und Kunst in der dt. Ostmark 1, 1938, Sp. 264 f.; Calënder de Gherdëina per l’an 1951 S. 18; Mitt. R. Moroder, St. Ulrich i. Gröden (Südtirol).
(Plangg)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 26f.
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