Lasch, Simon (1796-1868), Talmudist

Lasch Simon, Talmudgelehrter. * Lichtenstadt (Hroznětín, Böhmen), 30. 9. 1796; † Prag, 21. 8. 1868. Wegen seiner Gelehrsamkeit wurde L. zum Stiftungsrabbiner eingesetzt, wodurch er sich ganz dem Stud. der jüd. Lehre und ihrem Unterricht widmen konnte. L. kommentierte den gesamten Talmud, aber nur seine Kommentare zu den 6 Mischnaordnungen wurden – jeweils separat — gedruckt. Die Einleitungen bringen Teile aus zahlreichen Predigten L.s. Sie zeigen ihn als einen der letzten Vertreter der alten Prager Rabbinertradition, der aber die andersartige Zeitströmung und ihre Anziehungskraft deutlich erkannte. Gerade darum suchte er den Vorzug der altjüd. Werte klar zu machen, z. B. die period. wiederkehrende Sabbatruhe gegen die unaufhörliche Unruhe der neuen Zeit. Der Name L. ist die hebr. Abkürzung seines Geburtsortes. L.s schriftlicher Nachlaß befindet sich im Staatlichen Jüd. Mus. Prag.

L.: Die Gegenwart, 1868, S. 207; K. Lieben, Statistik . . . sowie tabellar. Zusammenstellung der . . . daselbst ruhenden . . . Persönlichkeiten, in: D. Lieben, Die Eröff. des 2. Israelit. Wolschaner Friedhofs, 1890, S. 31; Wininger; Enc. Jud.; J. Fürst, Bibliotheca Judaica, Tl. 2, 1851, S. 245; Jew. Enc.; E. Blitz, Prag, in: Das Abendland 5, 1868, S. 134 f.; Mitt. M. Vilimková, Prag.
(Kestenberg-Gladstein)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 30
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