Latzina, Francisco (1845-1922), Mathematiker, Kulturgeograph und Statistiker

Latzina Francisco, Mathematiker, Kulturgeograph und Statistiker. * Brünn, 2. 4. 1845; † Buenos Aires, 7. 10. 1922. Nach Besuch der Kadettenschule in Krakau und der Militärschule in Marburg a. d. Drau wurde er an der Marine-Akad. zum Seeoff. ausgebildet. Im Dän. Krieg 1864 schwer verwundet, wandte er sich mathemat. und astronom. Stud. zu. Wieder zur See gegangen, schied er aus Gesundheitsrücksichten im Verlauf seiner zweiten Amerikareise 1871 aus der österr. Marine aus und trat, einem Angebot des Präs. Sarmiento folgend, in den argentin. Staatsdienst ein. Er wirkte dann 1871–73 am Colegio Nacional in Catamarca, 1873–75 am Observatorium in Córdoba und 1875/76 an der Escuela de Minas in Catamarca. 1876 wurde er als Prof. der Mathematik an die Univ. Córdoba, 1892 in gleicher Eigenschaft an das Colegio Nacional in Buenos Aires berufen. Daneben wirkte er seit 1881 als Generaldir. der Nationalstatistik und seit 1910 auch als Prof. der Handelsgeographie am Istituto de Altos Estudios Comerciales. 1916 i.R. L. war zweifellos eine der tätigsten und geistig regsamsten Persönlichkeiten in seiner Wahlheimat, mehr ein Mann der wiss. fundierten Praxis als der reinen Forschung, zugleich ein auf vielerlei Gebieten fruchtbarer Publizist, der einen wesentlichen Beitr. zur Gestaltung des modernen Argentinien geleistet hat.

W.: La República Argentina como destino de emigración europea, 1883, auch dt., französ., engl., italien, und span.; Géographie de la République Argentine, 1890; Diccionario Geográfico Argentino, 1891, 3. Aufl. 1899, Suppl. 1908; La Argentina considerada en sus aspectos físico, social, economico, 1902; zahlreiche Abhh. in Z. über Statistik, Mathematik, Astronomie, Geographie und Volkswirtschaftsfragen, Versicherungs- und Unterrichtswesen; Hrsg.: Anuario de la Dirección General de Estadística, 45 Bde., 1895–1914; Estadística del Comercio Exterior y de la Navegación, 13 Bde.
L.: E. Latzina, F. L. en el centenario de su natalicio, 1943 (mit Bibliographie); Otto 15.
(Ferrari d’Occhieppo)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 43
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