Laufberger, Ferdinand Julius Wilhelm (1829-1881), Maler und Graphiker

Laufberger Ferdinand Julius Wilhelm, Maler und Graphiker. * Mariaschein (Bohosudov, Böhmen), 16. 2. 1829; † Wien, 16. 7. 1881. Stud. 1844 ff. an der Akad. in Prag (bei R. Müller und Ch. Ruben), 1852–59 in Wien (wieder bei Ruben). Nach einer Balkanreise schuf er bereits 1855 Vorzeichnungen für Stahlstiche für den 2. Tl. eines „Albums zur Erinnerung an die Donau“, war 1856 als Zeichner in der Xylograph. Anstalt von Waldheim in Wien und ab 1859 dort auch als Illustrator (bis 1863 für die Z. „Mußestunden“ und „Figaro“, 1865/66 für die „Illustrierten Blätter“) tätig. Daneben malte L. Genre- und Andachtsbilder, Landschaften und Porträts. Studienreisen führten ihn 1852 in die Slowakei und nach Galizien, 1856 in die Alpen Bayerns, 1862 nach Deutschland und Paris (zu L. Cogniet, bis 1863) und 1864 nach Rom. Nach 1868 (Prof. für dekorative Malerei an der Kunstgewerbeschule in Wien) wandte er sich nun fast ausschließlich dekorativen Entwürfen zu (für Fresken, Sgraffiti, Mosaiken, Glasbilder, Bühnenvorhänge sowie Glasschnitte für Lobmeyr) und gab 1877–82 vier He. „Sgraffito-Decorationen“ heraus. Nebenbei schuf er Kleingraphiken wie Adressen, Diplome, Glückwunschkarten etc.

W.: Fresken und Sgraffiti, Österr. Mus. für Kunst und Industrie, 1871, 1888 entfernt; Pallas Athene, Mosaik, ausgeführt von A. Salviati, 1877, Wien; Deckenbilder, Naturhist. und Kunsthist. Mus., Wien, 1881 ff.; Tanz und Hochzeit, Bühnenvorhang der Kom. Oper, k. k. Hofoper, Wien, 1945 vernichtet; Fresken und Glasfenster, Votivkirche, Wien; Fresken, Thomasschule und Hauptfeuerwache, Leipzig; Ölgemälde, Österr. Galerie, Wien, Hist. Mus. der Stadt Wien, etc. ca. 600 Zeichnungen, Österr. Mus. für angewandte Kunst, Wien.
L.: Z. für bildende Kunst 17, 1883, S. 261 ff.; Bénézit 5; Seubert; Thieme–Becker; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; ADB; Masaryk 4; Otto 15; F. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jh., Bd. 1/2, 1895; G. E. Pazaurek, Gläser der Empire- und Biedermeierzeit, 1923, S. 7; Dehio, Wien; E. Guglia, Wien, 1908, S. 2, 23, 95, 98, 201; J. v. Falke, Offizieller Ausstellungskatalog 1873, VI, 3, 1873; Nachlaßauktion bei Miethke (Katalog), 1882.
(Schöny)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 49
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