Lazarini, Josef Philibert Frh. von; Ps. Philibert Dorn (1816-1895), Jurist, Schulmann, Journalist und Lyriker

Lazarini Josef Philibert Frh. von, Ps. Philibert Dorn, Jurist, Schulmann, Journalist und Lyriker. * Schloß Jablanitz (Jablanica, Innerkrain), 23. 8. 1816; † Graz, 31. 7. 1895. Onkel des Vorigen; für die Beamtenlaufbahn bestimmt, erhielt er seine Ausbildung an der Theres. Ritter-Akad. in Wien, wo er auch Rechts- und Sprachstud. betrieb. 1838–40 war er im Gerichtsdienst in Wien tätig und stand hier mit den bedeutendsten Dichtern in Verbindung, 1840–42 in Laibach, kaufte er sich dann ein Landgut, das er selbst bewirtschaftete, aber 1848 veräußerte. Die folgenden fünf Jahre verbrachte er als Privatmann teils in Wien, teils im Ausland. Nach seiner Rückkehr wirkte er als Lehrer der engl. und französ. Sprache an der Naut. Handelsschule in Fiume. 1862 übernahm er die Leitung einer Privat-Handelsschule in Brünn und war gleichzeitig als Gerichtsdolmetsch und Redakteur der liberalen „Mährischen Correspondenz“ tätig. Seine Ruhelosigkeit trieb ihn 1870 aber wieder nach Fiume und 1871 nach Graz, wo er eine Lehrstelle für Französ. und Engl. an der ehemals ständ. Landesoberrealschule übernahm und bis Dezember 1884 erfolgreich wirkte. L. veröff. mehrere Gedichtbde. und war Mitarbeiter an L. A. Frankls (s. d.) „Sonntagsblättern“.

W.: Zwölf Märzlieder, 1848; Gedichte, 1851; Über dt. Sprache und Literatur, 1857; etc.
L.: Brümmer; Giebisch–Gugitz; Giebisch–Pichler–Vancsa (unter Dorn); Kosch; Nagl–Zeidler–Castle, Bd. 3, S. 449; Wurzbach; Die Landes-Oberrealschule in Graz. Festschrift aus Anlaß des 100jährigen Bestandes des Joanneums, 1911, S. 250, 268.
(Klein)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 60
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