Lecher, Otto (1860-1939), Politiker und Jurist

Lecher Otto, Jurist und Politiker. * Wien, 6. 1. 1860; † Brünn, 1939. Sohn des Folgenden, Schwager der Vorigen, Bruder des Physikers Ernst L. (s. d.); stud. an der Univ. Wien Jus, 1885 Dr.jur., wurde dann bei der Handels- und Gewerbekammer in Brünn angestellt, schließlich 1889–1906 Sekretär derselben. 1897–1918 Reichsratsabg. für Brünn. Führend unter den dt.-nationalen Abg., besonders bei der Obstruktionsbewegung gegen Badeni (s. d.), während der er in der Nacht vom 28. zum 29. 10. 1897 eine zwölfstündige Dauerrede hielt. L. trat auch weiterhin für die Interessen der Deutschböhmen und gegen Bevorzugung Ungarns bei den Ausgleichsverhandlungen auf. Bekannter Alpinist.

W.: Der Kampf gegen die Sprachenverordnung, in: Zeitgemäße Flugschriften, n. 2, 1897; Rede über das Ung. Ausgleichs-Provisorium, 1897; Obstruktion und Patriotismus, in: Zeitgemäße Flugschriften, n. 3, 1899; Der Abg. (Roman), 1919.
L.: N. Fr. Pr. vom 6. 1. 1920; Nagl–Zeidler–Castle 4, S. 2237; F. Freund, Das österr. Abgeordnetenhaus 1907–13, 1907; H. Heller, Mährens Männer der Gegenwart, Tl. 1, 2. Aufl., 1912, S. 66 f., Tl. 4, 1890, S. 95; Masaryk 4; Otto 28; Uhlirz, Bd. 2, Tl. 2, S. 1018; A. Lorenz, Wenn der Vater mit dem Sohne. . ., 1952.
(Cornaro)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 71
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