Lechner, Franz von (1820-1879), Notar

Lechner Franz von, Notar. * Kapfenberg (Stmk.), 9. 3. 1820; † Wien, 28. 11. 1879. Stud. an den Univ. Graz und Wien Jus, 1843 Dr.jur., nach anschließender Konzipientenpraxis (1848 Advokatenprüfung) wurde er 1850 zum Notar ernannt. 1851 Mitgl. der ersten Notariatskammer in Wien, Vize-Präs. des Wr. Notarenkollegiums, 1871 Präs. der Wr. Kammer und nach Konstituierung der niederösterr. Notariatskammer 1873 deren Präs., 1873–79 Präs. des niederösterr. Notarenkollegiums. Er war Mitbegründer — später Vorstand — des 1865 ins Leben gerufenen Ver. der Notare von Österr. ob und unter der Enns, dann von Salzburg, Vize-Präs. des durch seine Mitwirkung zustande gekommenen ersten österr. Notarentages (1872) in Prag. L. erwarb sich um seinen Berufsstand bedeutende Verdienste. Bei der Einführung der Notariatsordnung in Österr. von 1871, die dem Stande die langersehnte Autonomie brachte, spielte er eine hervorragende Rolle. Er setzte sich mit ganzer Kraft als Kammermitgl., Mitgl. des Ausschusses, dann als Vorstand des Notarenver. für eine umfassende Reform ein. Er leitete die zahlreichen, den Reformarbeiten dienenden Verhandlungen mit großer Sachkenntnis, und viele der hier erarbeiteten Beschlüsse haben in die endgültige Fassung der bezüglichen Gesetze Eingang gefunden. 1875 nob.

L.: N. Fr. Pr. vom 29. 11. 1879; Gerichtshalle, Jg. 23, 1879, S. 469; Jurist. Bll., Jg. 8, 1879, S. 603.
(Ströher)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 75f.
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