Lechner, Gyula (1841-1914), Maler, Schriftsteller und Jurist

Lechner Gyula, Jurist, Schriftsteller und Maler. * Pest, 5. 2. 1841; † Budapest, 10. 6. 1914. Bruder des Psychiaters Károly L. (s. d.) und des Architekten Ödön L. (s. d.); stud. an der Univ. Pest Jus und war ab 1864 als Advokat in Budapest tätig. 1874 gab er die Anwaltspraxis auf und widmete sich der Bildhauerei und Terracottafabrikation. Er beteiligte sich an der ornamentalen Ausschmückung von mehreren monumentalen Gebäuden in Budapest (Neues Rathaus, Opernhaus, Eislaufhalle usw.), 1878 erwarb er das Diplom als Zeichenprof. für Mittelschulen, 1879 unterrichtete er an der Realschule des VIII. Bezirkes, 1880–1902 an der Oberrealschule in Budapest. Als Maler schuf L. vor allem Landschaften und Porträts. Er schrieb auch Gedichte (in ung. und dt. Sprache) und war ein bekannter Übersetzer. 1905 korr. Mitgl. der Kisfaludy-Ges.

W.: Alte Frau mit Stickerei; Donauufer bei Waitzen; Wo sind die Übrigen?; etc. Publ.: Régi emlékek (Erinnerungen aus der Vergangenheit, Gedichte), 1902; Puszta-Klänge (Gedichte), 1905. Übers.: Neuere Ung. Dichter, 1896; etc.
L.: Wr. Ztg. vom 12. 6. 1914; Művészet, 1914, S. 336, 383; Bénézit 5; Művészeti Lex. 3. 1967; Thieme–Becker; Das geistige Ungarn; Pallas 11; Révai 12; Szinnyei 7.
(Benda)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 76
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>