Lehmann, Otto (1884-1941), Geograph

Lehmann Otto, Geograph. * Wien, 9. 6. 1884. † bei Disentis (Graubünden), 12. 4. 1941. Stud. 1903–08 an den Univ. Leipzig und Wien Geographie, 1908 Dr.phil. und Diplom für das Höhere Lehramt in Geographie und Geschichte, 1912 Ass. am Geograph. Inst. der Univ. Wien bei Brückner (s. d.), 1920 Priv.-Doz., 1925 ao. Prof., 1928 o. Prof. der Geographie an der Eidgenöss. Techn. Hochschule Zürich. Vorstandsmitgl. der Geograph.-Ethnograph. Ges. Zürich. L. förderte namentlich die Geomorphol. und Karsthydrographie (deren von ihm geschriebenes erstes Lehrbuch bis heute grundlegend blieb) sowie die Siedlungsgeographie und geograph. Methodol.

W.: Die ständigen Siedlungen an der Adamellogruppe und die Bodenreformen, in: Mitt. des Ver. der Geographen an der Univ. Leipzig 1, 1911; Der Begriff der oberen Siedlungsgrenze, seine Herkunft, seine Bestimmungsmethoden und sein geograph. Wert, in: Mitt. der Geograph. Ges. Wien, Bd. 56, 1913; Über Fluß- und Bachursprünge in den Rückenlandschaften des feuchtgemäßigten Klimas, ebenda, Bd. 61, 1918; Die Talbildung durch Schuttgerinne, in: Penck-Festbd., 1918; Die Bodenformen der Adamellogruppe und ihre Stellung in der alpinen Morphol., Tl. I: Die allg. Bedeutung der U-Täler, in: Mitt. der Geograph. Ges. Wien, Bd. 11, n. 1, 1920; Beitrr. zur gesetzmäßigen Erfassung des Formenablaufs bei ständig bewegter Erdrinde und fließendem Wasser, ebenda, Bd. 65, 1922; Die Verheerungen in der Sandlinggruppe (Salzkammergut) durch die im Frühherbst 1920 entfesselten Naturgewalten, in: Denkschriften Wien, math.-nat. Kl., Bd. 100, 1926; Das Tote Gebirge als Hochkarst, in: Mitt. der Geograph. Ges. Wien, Bd. 70, 1927; Die Oberflächengestaltung der österr. Alpen, in: Die österr. Alpen, hrsg. von H. Leitmeier, 1928; Die geograph. Eigenschaften der bäuerlichen Einzelhöfe in der Buckligen Welt und im Mühlviertel, in: Geograph. Jahresberr. von Österr. 14/15, 1929; Länderkde. und -Länderkde., in: Mitt. der Geograph. Ges. Wien, Bd. 72, 1929; Die Hydrographie des Karstes, in: Enz. der Erdkde. 6b, 1932; Morpholog. Theorie der Verwitterung von Steinschlagwänden, in: Vierteljahrss. der Naturforschenden Ges. Zürich, Bd. 78, 1933; Die Bodengestaltung im Bereiche der großen Massenanhäufungen in der Gemeinde Campo (Vallo Maggia), in: Mitt. der Geograph.-Ethnograph. Ges. Zürich, Bd. 34, 1934; Über Rutschungen im Graslande ohne vorher bestehende Gleitflächen, in: Festschrift für V. Svambera, 1936; Über die Stellung der Geographie in der Wiss., in: Vierteljahrss. der Naturforschenden Ges. Zürich, Bd. 81, 1936; Der Zerfall der Kausalität und die Geographie, 1937; Gefällsentwicklung und Talstufen im Hochgebirge, in: Z. für Geomorphol., Bd. 10 1937; Der Wandel der Landschaft im oberen Sihlgebiet durch die Anlage des jüngsten und größten Stausees der Schweiz, in: Vierteljahrss. der Naturforschenden Ges. Zürich, Bd. 83, 1938; Über Böschungswinkel und Böschungshöhen im Hinblick auf den Bergsturz von Goldau, in: F. Machatschek-Festschrift, 1941, = Eclogae Geologicae Helvetiae, Bd. 35, n. 1, 1942; Der Tälerkranz um Chur und seine Nachbarschaft, in: Mitt. der Geograph.-Ethnograph. Ges. Zürich, Bd. 41, 1943; etc.
L.: Mitt. der Geograph.-Ethnograph. Ges. Zürich, 40, 1940/41; Petermanns Mitt., 1941; Der Schweizer Geograph 18, 1941; Mitt. der Geograph. Ges. Wien, Bd. 84, 1941, S. 422 f.; Kürschner, Gel. Kal., 1926–31; Wer ist’s? 1935.
(Winkler)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 96
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>