Leibenfrost, Hermann (1844-1872), Weingroßhändler

Leibenfrost Hermann, Weingroßhändler. * Wien, 1844; † Wien, 9. 7. 1872. Sohn des Vorigen, Enkel des Gastwirtes, Weinhändlers und Philanthropen Franz L.; wurde gem. mit seinem Bruder Franz Heinrich L. d. J. 1868 in die väterliche Fa. aufgenommen und widmete sich vor allem der von seinem Vater angeregten Einführung der dalmatin. Weine. 1869–71 weilte er selbst mit Geräten und geschultem Personal während der Lesezeiten in den dalmatin. Weinbaugebieten, um eine fachgerechte Behandlung der Trauben zu gewährleisten und aufklärend unter den Weinbauern zu wirken. Ihm ist zu danken, daß durch die Modernisierung der Kellerwirtschaft die Produkte jener Gegend zu einem der bedeutendsten Exportartikel wurden. Als eifriger Vorkämpfer für eine rationelle Weinbehandlung entwickelte er zur Erwärmung der Weine einen Apparat, welcher als L.’scher Erwärmungsapparat bekannt geworden, 1869 für den normalen Betrieb in Verwendung genommen wurde. L., Mitgl. der k. k. Landwirtschaftsges. in Wien, veröff. mehrere Abhh. und erwarb sich bedeutende Verdienste um die österr. Weinwirtschaft.

W.: Resultate über Versuche mit dem Erwärmen des Weines nach Pasteur, in: Die Weinlaube, 1869, S. 195 ff.; Weinbau und Wein in Dalmatien, ebenda, 1870, S. 319 ff.; etc.
L.: Die Weinlaube, 1872, S. 226, 1893, S. 259; Großind. Österr., Bd. 5, S. 309; R.Schlumberger v. Goldeck, Weinhandel und Weinbau im Kaiserstaate Österr. 1804–1918, 1937, s. Reg.
(Hillbrand)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 101
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