Leidesdorf(er), Leopold Franz (1793-1864), Fabrikant

Leidesdorf(er) Leopold Franz, Fabrikant.* 1793; † 1864. Vetter des Musikers Maximilian J. L. (s. d.), Onkel des Vorigen und des Folgenden; erwarb 1828 die Wr. Neustädter Papiermühle und gründete 1830 mit M. Salzer, J. Leistler und J. Neumann die Fabriksges. L. F. L. & Co., welche Post-, Kanzlei-, Gespinstpapier etc. sowie feingefärbtes Papier erzeugte. 1840 errichtete die Ges. eine Maschinenpapierfabrik in Ebenfurth, die noch im gleichen Jahr die Landesfabriksbefugnis und einen Auftrag für die Lieferung von Stempelpapier erhielt. Von Anfang an mit modernen Maschinen ausgestattet, war diese Anlage nicht nur eine der ersten Maschinenpapierfabriken, sondern auch eine der bedeutendsten Industrieanlagen Österr. 1850 ging auch die Obereggendorfer Fabrik in den Besitz der Ges. über (K. k. Ebenfurther-Ober-Eggendorfer und Wr. Neustädter Papierfabriksges. L. F. L. & Co.), die einen Neubau errichtete und dort später die Erzeugung von Zigaretten- und gefärbtem Blumenseidenpapier aufnahm. Vorbildliche soziale Einrichtungen dienten dem Wohl der Angestellten, so wurde u. a. ein Schulgebäude mit einem Lehrer, Kantine etc. in Ebenfurth, wo auch Wohnhäuser und ein Turnver. errichtet wurden, unterhalten. 1854 schied L. aus der Ges., die jedoch noch bis 1882 unter seinem Namen weitergeführt wurde.

L.: V. Thiel, Die Geschichte der Papiermühle in Stattersdorf, 1948, S. 110 ff.; ders., Geschichte der Papiererzeugung im Donauraum, 1940, S. 164 f.; Großind. Österr., Bd. 5, S. 8, 16; Slokar, s. Reg.
(Hillbrand)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 104
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