Leifer, Therese; geb. von Perekop (1771-1846), Schauspielerin

Leifer Therese, geb. von Perekop, Schauspielerin. * Troppau (Opava, österr. Schlesien), 19. 4. 1771; † Wien, 22. 7. 1846. Debut. 1784 dreizehnjährig in Brünn und kam nach verschiedenen Engagements in der Provinz 1790 an das Prager Nationaltheater, wo sie als erste Liebhaberin in Schauspiel, Lust- und Trauerspiel, aber auch als Soubrette und in „naiven Rollen“ eine der beliebtesten und gefeiertsten Schauspielerinnen war. Nach einem Gastspiel 1794 wurde sie 1795 an das Hofburgtheater in Wien engagiert; im heiteren schnipp. Fach und in der Spätzeit als zärtliche und kom. Alte gefiel sie durch die Natürlichkeit, Laune und geistige Frische ihres Spiels. 1822 wurde sie pensioniert. Sie war mit dem Schauspieler Friedrich Wilhelm L. (1761–1834) verheiratet, der nach Engagements in Brünn, Prag etc. 1796–1822 als Inspizient und Schauspieler am Hofburgtheater engagiert war und vor allem im Fach der Bedienten, Soldaten und Pedanten eingesetzt wurde. L. betätigte sich auch als Dramatiker. 1807–09 war auch die Tochter der beiden, Betty L., als Schauspielerin am Hofburgtheater engagiert.

Hauptrollen: Franziska; Gurli (Die Indianer in England); Lorchen (Die Schwestern in Prag); Wilhelmine (Das Räuschchen); Rosalie (Incognito); Isabelle (Die Quälgeister); Baronin Durbach (Das Schmuckkästchen); etc.
L.: Der neue Tag vom 11. 3. 1944; Allg. Theaterztg. vom 27. 7. 1846; Der Wanderer vom 29. 7. 1846; Schmidls Österr. Bll. 3, 1846. S. 952; Gothaer Theaterkalender, 1796 ff.; Taschenbuch für die dt. Schaubühne, 1817, S. 120; Kosch, Theaterlex.; Katalog der Porträt-Smlg.; H. A. Mansfeld, Theaterleute in den Akten der k. k. Obersten Hoftheaterverwaltung von 1792–1867, in: Jb. der Ges. für Wr. Theaterforschung, Bd. 13, 1961, S. 98; Rub; O. Teuber, Geschichte des Prager Theaters, Tl. 2, 1885, S. 255, 312; Smlg. Mansfeld, Wien.
(Futter)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 107
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