Lendvai, Erwin (1883-1949), Musiker

Lendvai Erwin, Musiker. * Budapest, 4. 6. 1883; † London, 21. 3. 1949. Sohn eines Rechtsanwaltes; stud. ab 1901 an der Budapester Musikakad. Musiktheorie bei H. Kößler, 1905 auf Grund eines Stipendiums kurze Zeit auch bei G. Puccini. Ab 1906 lebte er in Deutschland und war hier als Chordirigent und Lehrer tätig. 1909 ging er nach Berlin, 1913 nach Hellerau, 1914 wieder nach Berlin, 1920 nach Weimar, 1922 nach Jena, 1923 nach Hamburg. Nach einem Aufenthalt in San Remo 1925 übersiedelte er nach Horchheim bei Koblenz, war 1928–30 in Stockdorf bei München und schließlich in Erfurt. 1933 zur Emigration gezwungen, ging er zunächst ins Saargebiet, dann in die Schweiz, 1938 über Jugoslawien, Ungarn, Polen und Schweden nach England, wo er in Kenninghall bei Norwich in beschränkten Verhältnissen als Musiklehrer lebte. L. war vor allem als Lehrer und Chorkomponist bedeutend.

W.: Sinfonien, u. a. in D-Dur, op. 10, 1910; Elga (Oper), 1916; Chorwerke, vor allem Männerchöre: Erlöse Dich Einklang, op. 19 1925; Greif-Zyklus, op. 52, 1928; Psalm der Befreiung, op. 75, 1931. Kammermusik; Bearb. von Gesangswerken; Kritiken und Aufsätze.
L.: Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Müller; Riemann; Zénei Lex.; Otto, Erg.Bd. III/2.
(Antonicek)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 130
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