Lentl, Johann Nep. von (1756-1820), Jurist

Lentl Johann Nep. von, Jurist. * Brünn, 22. 4. 1756; † Wien, 27. 12. 1820. Nach Absolv. der jurid. Stud. trat L. 1787 als Justizbeamter beim Zivilsenat des Wr. Magistrates ein. 1803 kam er als Appellationsrat nach Venedig, 1806 nach Brünn. 1808 wurde L. die einstweilige Leitung des neu organisierten Land-, Wechsel- und Kriminalgerichtes in Salzburg übertragen. Nach der Abtretung Salzburgs an Bayern (1809) kam er 1810 zunächst zum niederösterr. Appellationsgericht, 1813 zur aushilfsweisen Dienstleistung an die Oberste Justizstelle, 1814 Hofrat. Seiner ausgezeichneten Rechtskenntnisse und organisator. Fähigkeiten wegen wurde er 1814 zum Leiter der Hofkomm. ernannt, welche die Justizregulierung in dem 1815 an Österr. zurückgefallenen, bis dahin unter französ. Verwaltung gestandenen Dalmatien und österr. Albanien (Süddalmatien) durchzuführen hatte. 1816 führte L. die Reorganisation der Gerichtsverfassung in Salzburg, dem Inn- und Hausruckviertel durch. Sein großes fachliches Verdienst liegt u. a. in der Ausarbeitung der Instruktion für den „Veroneser Senat“ (Senato Lombardo-Veneto dell Impero Reg. Supremo Tribunale di Giustizia), des chemaligen italien. Senates der Obersten Justizstelle, der 1816 nach Verona verlegt worden war. Da Dalmatien und österr. Albanien weiterhin dem österr. Senat der Obersten Justizstelle unterstellt waren, blieb L. als 1. Hofkoär. für diese Länder zunächst in Wien, wo er 1816/17 in der Hofkomm. in Justizgesetzsachen tätig war. 1817 Präs. des 1817 neu errichteten küstenländ. Appellationsgerichtes und Geh.-Rat. 1818 nob.

W.: Verfassung des Lombard.-Venetian. Senates der k. k. obersten Justizstelle und Instruktion für denselben, vom 13. 9. 1816, in: Maasburg, Anhang n. 8.
L.: Wr. Ztg. vom 4. 1. 1921; Gräffer-Czikann; Maasburg, S. 38, 41 f., 169, 264.
(Böck)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 137f.
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