Lentner, Ferdinand von (1840-1919), Jurist und Schriftsteller

Lentner Ferdinand von, Jurist und Schriftsteller. * Salzburg, 14. 12. 1840; † Innsbruck, 2. 7. 1919. Stud. an den Univ. Wien (1860–64) und Innsbruck (1865 Dr.jur.) Jus. 1870 Habil. für österr. Strafrecht an der Univ. Wien. Nach Dienstverwendungen beim Landesgericht und der Staatsanwaltschaft Wien (1864–67), 1867–73 ständiges Redaktionsmitgl. der „Wiener Zeitung“, 1869 Hofkonzipist. 1874–77 Prof. an der akadem. Handelsmittelschule und Hon.-Doz. an der Handelshochschule für die Rechtsfächer. 1876 Lehrer an der Kriegsschule für die Rechtsfächer. 1872–82 Priv.-Doz. für Agrarrecht an der Hochschule für Bodenkultur in Wien, 1889 ao. Prof., 1892 o. Prof. für Straf- und Völkerrecht an der Univ. Innsbruck, 1912 i.R., 1912–19 Hon.-Prof. für Soziol. an der Univ. Innsbruck; 1912 nob. Musikal. interessiert, stand er viele Jahre mit R. Wagner und A. Bruckner (s. d.) in Briefwechsel.

W.: Licht und Schatten (Liederzyklus), 1869; Die verleumder. Beleidigung, 1869; Das Komplott, 1870; Die Grundlagen des Pressestrafrechtes, 1873; Romanzen und Balladen, 1873; Das Recht im Kriege, 1880; Die Bevölkerungszunahme und das Kriegsproblem (Kampf um den Raum), 1882; Die Fortbildung des österr. Presserechtes, 1884; Das Recht der Photographie, 1886; Grundriß des Völkerrechtes, 1889; Skizze der österr. und ung. Staatsverfassung, 1890; Der afrikan. Sklavenhandel und die Brüsseler Generalakte vom Juli 1890, 1891; Bettelunfug und Bettelbetrug, 1892; Die Konsulate Österr.-Ungarns und ihr handelspolit. Wirkungskreis, 1897; Kriegspolit. Denkwürdigkeiten aus Tirols Befreiungskämpfen, 1900; S. Ruf, Ein Beitr. zur Lehre von der strafrechtlichen Zurechnung, 1902; zahlreiche Abhh. in Z.
L.: R. P. und Wr. Ztg. vom 4. 7. 1919; Salzburger Volksbl., 1919, n. 150; Brümmer; Giebisch–Gugitz; Giebisch–Pichler–Vancsa; Kosch; Kosch, Das kath. Deutschland; Wer ist’s? 1908.
(Lentner)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 138
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