Lenz, Maximilian (1860-1948), Maler, Graphiker und Bildhauer

Lenz Maximilian, Maler, Graphiker und Bildhauer. * Wien, 4. 10. 1860; † Wien, 19. 5. 1948. Stud. an der Kunstgewerbeschule in Wien bei M. Rieger und F. Laufberger (s. d.), dann an der Wr. Akad. der bildenden Künste bei C. Wurzinger und Chr. Griepenkerl (s. d.). In den 90er Jahren als Entwerfer für Banknoten an der Bank Buenos Aires tätig. Mitgl. der Ges. der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus), November 1897 Austritt und Gründungsmitgl. der Secession Wien. Hier Mitgl. bis 1938 (Auflösung der Secession) und wieder Mitgl. Künstlerhaus Wien. Die bedeutendsten Leistungen von L. liegen im ersten Jahrzehnt der Secession, wo er die auf den Stilformen der Präraffaeliten fußende Kunst innerhalb des Secessionismus vertrat. Er beherrschte die Malerei, Druckgraphik, Wandtechniken (Mosaik, Mörtelschnitt) und Treibarbeiten. Beispiele sind die Gründerbeilagen zum „Ver sacrum“, die Beteiligung an der Gestaltung der Beethoven-Ausst. Klingers (1902). Nach 1910 wandte sich L. einem Naturalismus zu, arbeitete am Wandtafelwerk der k. k. Staatsdruckerei mit (Farblithographien) und verband oft mit dem Naturalismus symbolhafte Gestaltungen. Nach 1918 trat er im Rahmen der Secession etwas in den Hintergrund.

W.: Justitia, Deckengemälde Festsaal Justizpalast Wien I., 1927 verbrannt; Meerkentaur und Meermädchen, Kupferrelief; etc. Ölgemälde: Eine Welt, 1898, Nationalmus., Budapest; Franz Joseph in Schönbrunn, 1916, etc. Illustrationen für Ver sacrum; etc.
L.: Völk. Beobachter vom 4. 10. 1940; Dt. Kunst und Dekoration, Jg. 5, 1902, H. 10; Österr. Rundschau, Bd. 23, 1910; Bénézit 5; F. Goldstein, Monogramm-Lex., 1964; Thieme–Becker; Ausst.-Katalog Klinger–Beethoven, Secession, 1902.
(Matulla)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 139f.
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