Leopold Salvator, Erzhg. von Österr. (1863-1931), Feldzeugmeister

Leopold Salvator Erzherzog von Österreich, General. * Altbunzlau (Stará Boleslav, Böhmen), 15. 10. 1863; † Wien, 4. 9. 1931. 1878 zum Lt. im IR. 77 ernannt, erhielt der Erzh. 1881–83 seine militär. Ausbildung an der Techn. Milit.-Akad. Nach Einteilung bei verschiedenen Art.-Rgt. im Mai 1887 Hptm. im IR.1, 1887–89 besuchte er die Kriegsschule. 1889 zum Mjr. im Korpsart.-Rgt. 11 ernannt, diente L. in den folgenden Jahren in Lemberg, zuletzt beim IR. 24, 1894–98 wieder bei der Art., übernahm er am 13. 10. die 72. Inf.-Brigade und am 15. 10. 1899 die 36. Inf.-Truppendiv., welche beide in Agram lagen, FML. Im September 1900 ging er als Kmdt. der 25. Inf.-Truppendiv. nach Wien, welches Kmdo. er bis zu seiner Beförderung zum FZM am 27. 10. 1906 versah. Am 20. 4. 1907 zum Gen.-Art.-Inspektor ernannt, widmete sich der Erzh. in den folgenden Jahren mit großer Energie dem Ausbau der österr. Art., der in diesen Jahren bedeutend vorangetrieben wurde. Auch während des Ersten Weltkrieges behielt L., der am 20. 5. 1916 zum Gen.-Obst. befördert wurde, bis zu seiner am 5. 3. 1918 erfolgten Enthebung dieses Amt bei. L. besaß eine große techn. Begabung, die es ihm ermöglichte, am Ausbau der Art. zu einer modernen Waffe regen Anteil zu nehmen, sein besonderes Interesse galt auch der Entwicklung der Luftschifffahrt und des Kraftwagens, seit 1902 betätigte sich der Erzh. persönlich als Ballonführer. 1889–94 hatte er an der Entwicklung und Einführung einer Mitrailleuse — einer Vorläuferin des Maschinengewehrs — rege mitgearbeitet. L. war Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies und des St.-Stephan-Ordens, Inhaber des IR. 18 und des Feldhaubitzrgts. 13, weiters war er Ehrenmitgl. der Akad. der Wiss. in Wien und Dr.h.c. der Techn. Hochschulen in Wien und in Prag. Nach 1918 lebte er in Barcelona, 1930 kehrte er nach Wien zurück.

L.: N. Fr. Pr. vom 10. 11. 1900, 7. 2. 1902, 5. und 9. 9. 1931; Wr. Neueste Nachrichten vom 5. 9. 1931; ÖWZ vom 11. 9. 1931, F. 37, S. 2; Almanach Wien, 1932; H. Kerchnawe, Ehrenbuch unserer Art., Bd. 1, 1935, S. 21 f.; A. Veltzé, Unsere Heerführer, F. 2, in: Donauland-Bücherei, Bd. 3, 1918, S. 6 ff.; Kosch, Das kath. Deutschland; Wer ist’s? 1908; G. Amon v. Treuenfest, Armee-Album, 1889, S. 15; K. A. Wien.
(Egger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 146
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