Leyrer, Rudolf (1857-1939), Schauspieler

Leyrer Rudolf, Schauspieler. * Wien, 19. 8. 1857; † Wien, 26. 12. 1939. Sohn des Advokaten Ernst L. (* Wien, 17. 1. 1817; † Wien, 4. 10. 1889), Mitbegründer des Wiss. Clubs in Wien; besuchte nach Absolv. des humanist. Gymn. zwei Jahre die Schauspielklasse B. Baumeisters (s. Baumüller) am Wr. Konservatorium und debut. am 16. 9. 1877 am Hofburgtheater. Nach zweijährigem Engagement ging er 1879 an das Stadttheater Innsbruck, im Sommer 1880 an das Stadttheater Brünn und im Herbst an das Wr. Stadttheater, wo er zwei Jahre blieb. Ab 1882/83 war er an verschiedenen dt. Bühnen engagiert, wo er vor allem als Liebhaber und Bonvivant im modernen Konversationsstück auftrat. 1905 wurde er an das Dt. Volkstheater in Wien verpflichtet, wo er zuletzt in Väterrollen beschäftigt war. Weltmänn. Leichtigkeit und Eleganz der Bewegung zeichneten alle seine Darstellungen aus. L. erwarb sich als Leiter des Rechtsschutzverbandes des Dt.-Österr. Bühnenver. große Verdienste. Er war mit der Opernsoubrette Agnes Kaps verheiratet.

Hauptrollen: Cassio; Kosinsky; Feldt (Der Veilchenfresser); Baron v. Arnheim (Onkel Toni); Herr Page (Die lustigen Weiber von Windsor); alter Moor; Attinghausen (Wilhelm Tell); Klosterbruder; etc.
L.: Wr. Ztg. vom 18. 8. 1937; Neues Wr. Tagbl. vom 30. 12. 1939; Dt. Bühnen-Jb., 1941, S. 115; Eisenberg; O. G. Flüggen, Großes Biograph. Bühnenlex. der dt. Theater, 1892; Kosch, Theaterlex.; Katalog der Porträt-Smlg.; Rub; K. Glossy, 40 Jahre Dt. Volkstheater, 1929.
(Futter)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 178
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