Lichtenberg, Reinhold Frh. von (1865-1927), Kunsthistoriker

Lichtenberg Reinhold Frh. von, Kunsthistoriker. * Fiume, 15. 12. 1865; † Schloß Neubeuern am Inn (Bayern), 28. 5. 1927. Sohn des Vorigen; stud. an den Univ. München und Wien Jus, nach Absolv. der 1. Staatsprüfung (1887) Kunstgeschichte, Archäol. und Sanskrit an den Univ. Wien und Leipzig. 1892 Dr.phil., machte dann Forschungsreisen nach Italien, Griechenland und Kleinasien, worauf er 1895 als Volontär in den Dienst des Kgl. Kupferstichkabinettes in München trat und sich 1899 als Priv.-Doz. für Kunstgeschichte an der Techn. Hochschule Karlsruhe habil. 1903 ao. Prof., wurde er 1905 für die Durchführung von Forschungen in Kreta, Ägypten, Cypern etc. beurlaubt, zog sich aber schon 1908 ganz aus dem Berufsleben zurück, um sich als Privatgelehrter zu betätigen. Neben zahlreichen kunsthist. Stud., vor allem zur antiken Kultur, trat er Publizist. für die dt.-völk. Interessen ein.

W.: Zur Entwicklungsgeschichte der Landschaftsmalerei bei den Niederländern und Dt. im 16. Jh., in: Beitrr. zur Kunstgeschichte, N. F. 18, 1892; Über den Humor bei den dt. Kupferstechern und Holzschnittkünstlern des 16. Jh., in: Stud. zur dt. Kunstgeschichte, H. 11, 1897; Das Porträt an Grabdenkmalen, seine Entstehung und Entwicklung vom Alterthum bis zur italien. Renaissance, in: Zur Kunstgeschichte des Auslandes, H. 11, 1902; Über einige Fragen der modernen Malerei, 1903; 100 Jahre dt.-röm. Landschaftsmalerei, gem. mit E. Jaffé, 1907; Haus, Dorf und Stadt. Eine Entwicklungs-Geschichte des antiken Städtebildes, 1909; Dt. Land den Dt.! 1921; etc. Zahlreiche Abhh. in Z. Hrsg.: Memnon! Z. für die Kunst- und Kulturgeschichte des alten Orients, 1907 ff.
L.: Deutschlands, Österr.-Ungarns und der Schweiz Gelehrte Künstler und Schriftsteller in Wort und Bild, 3. Ausg., 1911; Kürschner, Gel. Kal., 1925–26; Gotha, Frh., 1942; Wer ist’s? 1905–14.
(Red.)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 185
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>