Lieban, Julius (1857-1940), Sänger

Lieban Julius, Sänger. * Lundenburg (Břeclav, Mähren), 19. 2. 1857; † Berlin, 1. 2. 1940. Sohn eines Kantors; wuchs in Brünn und Karlstadt auf und besuchte dort die Realschule. Er wurde Primgeiger in einer Zigeunerkapelle, kam dann nach Wien und stud. am Konservatorium Violine bei J. Hellmesberger (s. d.) und Gesang bei J. Gänsbacher (s. d.). Daneben spielte er Geige im Theater an der Wien und scheint die Handelsakad. besucht zu haben. 1874 debut. er am Wr. Stadttheater. 1877–81 sang er am Leipziger Stadttheater, dann ein Jahr an Angelo Neumanns wanderndem Richard-Wagner-Theater. 1882–1912 war er am kgl. Opernhaus in Berlin, dann bis 1915 am neugegründeten Dt. Opernhaus in Charlottenburg tätig. Seither wirkte er als international anerkannter Gesangslehrer. 1908 erhielt er den Titel kgl. preuß. Kammersänger. Sein Fach war das des Tenorbuffo, zu seinen wichtigsten Rollen gehörten David in den „Meistersingern“ und Mime im „Ring des Nibelungen“ von R. Wagner, doch sang er auch Operette.

L.: Eisenberg; Frank–Altmann; Kosch, Theaterlex.; Müller: Riemann; Wer ist’s? 1908, 1914, 1928.
(Antonicek)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 22, 1970), S. 190f.
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