Lind, Emil (1872-1948), Schauspieler und Regisseur

Lind Emil, Schauspieler und Regisseur. * Wien, 14. 8. 1872; † Wien, 7. 4. 1948. Debut. 1891 in Salzburg; kam dann über Preßburg, Linz, Troppau, Reichenberg 1896 als Charakterdarsteller an das Stadttheater Brünn und von hier 1899 an das Schauspielhaus München, wo er bis 1904 engagiert war. Ging anschließend nach Berlin an das Dt. Theater (1904–06) und das Lessing-Theater (1906/07) und nach einem einjährigen Engagement am Raimund-Theater in Wien 1908 an das Neue Dt. Theater in New York, 1909 an das Schauspielhaus in Düsseldorf und kehrte im Herbst 1910 nach Berlin an das Neue Schauspielhaus und an das Theater am Nollendorfplatz zurück. 1914–17 war er auch als Spielleiter am Schauspielhaus Düsseldorf verpflichtet, ging aber dann wieder nach Berlin, wo er 1917–22 am Lessing-Theater (vereinigt mit dem Dt. Künstlertheater), 1923/24 am Renaissancetheater, 1924–26 als Dramaturg und Oberspielleiter am Künstlertheater und 1927–29 als Oberspielleiter an den Barnowsky-Bühnen beschäftigt war. In den folgenden Jahren gastierte L. vor allem nur mehr als Regisseur. Er wirkte über ein Jahrzehnt als Lehrer an der Schauspielschule des Dt. Theaters und war ab 1914 Verwaltungsratmitgl. der Genossenschaft Dt. Bühnenangehöriger. 1933 emigrierte er nach Wien. L. war ein vorzüglicher Charakterdarsteller, dessen scharfer Charakterisierungskunst vor allem moderne Rollen lagen.

Hauptrollen: Peter (Die Macht der Finsternis); Oberlehrer Störmer (Der Probekandidat); Nickelmann (Die versunkene Glocke); Gregor (Jugend); Glyszinski (Mutter Erde); etc.
L.: Dt. Bühnen-Jb., 1949, S. 48 ff.; Eisenberg; Kosch, Theaterlex.; G. Bondi, 25 Jahre Eigenregie. Geschichte des Brünner Stadttheaters 1882–1907, 1907.
(Futter)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 23, 1971), S. 217
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