Lippich, Ferdinand (1838-1913), Physiker und Mathematiker

Lippich Ferdinand, Physiker und Mathematiker. * Padua, 4. 10. 1838; † Prag, 18. 10. 1913. Sohn des Folgenden; stud. 1855–59 am Polytechnikum in Prag, 1859 Ass., 1863 Priv.-Doz. für mathemat. Physik an der Dt. Univ. Prag, 1865–74 o. Prof. der theoret. und angewandten Mechanik und graph. Statik an der Techn. Hochschule in Graz, 1874–1909 o. Prof. für mathemat. Physik in Prag, 1881 korr., 1893 w. Mitgl. der Akad. der Wiss. in Wien, 1883 Dr.phil. h.c. der Univ. Prag. L.s Hauptinteresse galt den Gebieten der Akustik und Optik. Von besonderer Bedeutung sind die polaristrobometr. Untersuchungen, deren Ergebnis die Konstruktion eines Halbschattenpolarimeters (1882–94) von so großer Präzision war, daß die Drehung der Polarisationsebene mit einer bis dahin unerreichten Genauigkeit gemessen werden konnte.

W.: Über die transversalen Schwingungen belasteter Stäbe, in: Sbb. Wien, math.-nat. Kl., Bd. 45, Abt. 2, 1862; Über die Natur der Aetherschwingungen im unpolarisirten und theilweise polarisirten Lichte, ebenda, Bd. 48, Abt. 2, 1863; Fundamentalpunkte eines Systems centrirter brechender Kugelflächen, in: Mitt. des naturwiss. Ver. für Stmk., Bd. 2, 1870/71; Theorie des kontinuirlichen Trägers von constantem Querschnitt, in: Allg. Bauztg. 36, 1871; Über die behauptete Abhängigkeit der Lichtwellenlänge von der Intensität, in: Sbb. Wien, math.-nat. Kl., Bd. 72, Abt. 2, 1876; Über den Gang der Lichtstrahlen in einer homogenen Kugel, ebenda, Bd. 79, Abt. 2, 1879; Über polaristrobometr. Methoden, insbesondere über Halbschattenapparate, ebenda, Bd. 91, Abt. 2, 1885; Dreitheiliger Halbschatten-Polarisator, ebenda, Bd. 105, Abt. 2a, 1896; Theorie der Bewegung gestrichener Saiten, ebenda, Bd. 123, Abt. 2a, 1914; etc.
L.: Dt. Arbeit, Jg. 1913/14, S. 327, 470; Lotos, Bd. 62, 1914, S. 13 ff.; Almanach Wien, 1914; Biograph. Jb., 1917; Poggendorff 3–5; Wer ist’s? 1905–12.
(Seidl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 23, 1971), S. 236f.
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