Liszt, Anton Joseph (1863-1950), Schriftsteller und Arzt

Liszt Anton Joseph, Arzt und Schriftsteller. * Wien, 2. 1. 1863; † Wien, 23. 6. 1950. Neffe des Folgenden, Vetter des Komponisten Franz v. L. (s. d.) und des Juristen Franz v. L. (s. d.); betätigte sich anfänglich auf dem Gebiet der bildenden Kunst. Anschließend stud. er an der Univ. Wien bis 1892 Germanistik und Geschichte. Reisen führten ihn nach Italien, Griechenland und Ägypten. Ab 1896 stud. L. in Wien Med., 1902 Dr. med. Seine literar. Neigungen wurden besonders gefördert durch die Dichtungen J. V. v. Scheffels und R. Baumbachs. Für das ihn umgebende Leben weithin aufgeschlossen, schrieb L. frische, sangbare dt. und latein. Verse. Manches aus seiner realist. Einsicht in die Naturvorgänge gestaltete er zu scherzhaften Dichtungen. L. verfaßte auch hist. und kulturgeschichtliche Reimerzählungen sowie Stimmungsbilder aus Landschaft und Volkstum. Seine Lieder fanden tw. weite Verbreitung. L. erhielt dankbare Anerkennungsschreiben, u. a. von Fürst Bismarck und Gen.FM Moltke.

W.: Ergo bibamus, 1891; Pereat tristitia, 1894; etc.
L.: Burgenländ. Heimatbll. 5, 1936, S. 24–34; Brümmer; Giebisch–Gugitz; Giebisch–Pichler–Vancsa; Kosel 1; Kosch; Nagl–Zeidler–Castle, Bd. 4, S. 1491, 2149.
(Hanus)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 23, 1971), S. 246f.
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