Löscher, Leopoldine (1853-1928), Tänzerin

Löscher Leopoldine, Tänzerin. * Wien, 9. 11. 1853; † München-Pasing, 21. 2. 1928. Tochter eines Mobilienschätzers; stud. Ballett beim 1. Tänzer des Kärntnerthor-Theaters in Wien, V. Calori, und trat zum ersten Mal 1866 in Lemberg beim Benefiz ihrer Schwester, der Sängerin Maria L. (1850–1929), auf, war dann mit der Winterschen Truppe am Dt. Theater in Bukarest, später in Brüssel (Th. Monnaie), Mainz und ab 1872 an der Hofoper in Wien als Solotänzerin engagiert. Nachdem der oft in Wien gastierende berühmte Choreograph P. Taglioni (Berlin) auf die Künstlerin aufmerksam geworden war, erhielt sie bald erste Rollen. Nach einer reichen Tätigkeit nahm sie am 30. 1. 1895 als „Civilisation“ im Ballett „Excelsior“ Abschied von der Bühne und zog sich auf ihren Besitz nach Pasing (Bayern) zurück. Ihre Ballettmeister waren C. Telle und J. Hassreiter (s. d.).

L.: Wr. Tagbl. vom 30. 3. 1928; Theater-Almanach, 1882 ff.; Kosch, Theaterlex.; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Katalog der Porträt-Smlg.; P. Vasili, La société de Vienne, 1885; Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Stadtarchiv, Smlg. Mansfeld, alle Wien.
(Raab)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 23, 1971), S. 279
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