Löschnigg, Hans (1863-1931), Kulturhistoriker und Arzt

Löschnigg Hans, Arzt und Kulturhistoriker. * Graz, 26. 2. 1863; † Graz, 27. 10. 1931. Sohn eines Bezirksgerichtsadjunkten; stud. an der Univ. Graz Med., u. a. bei Krafft-Ebing (s. d.), beschäftigte sich aber auch mit Kunstwiss. Als prakt. Arzt in Graz (Medizinalrat) hatte er einen großen Patientenkreis und betreute nach seinem Vorbild J. Hyrtl (s. d.) als „Hausarzt“ alten Schlages arm und reich. L. trieb auch mit Vorliebe archival. Stud. auf dem Gebiet der Grazer Stadtgeschichte und war ein passionierter Sammler von Antiquitäten. Seine zahlreichen Aufsätze erschienen in Grazer Z. und Ztg., einige (1911–23) in der Z. des Hist. Ver. für Stmk. Sein reicher literar. Nachlaß ist eine noch unausgeschöpfte Fundgrube der heim. Kulturgeschichte.

W.: Grazer Leben und Kunst in den Biedermeiertagen, 1921; Graz in Urteil und Schilderung alter Skribenten, 1922; Die Stadt Graz und ihr Schloßberg, 1922; Abhh. in Z. des Hist. Ver. für Stmk., 1911–23; Literar. Nachlaß, Steiermärk. Landesarchiv, Graz. Hrsg.: J. Hyrtl, Die Materialist. Weltanschauung unserer Zeit (Inaugurationsrede), 1921.
L.: Tagespost (Graz) vom 28. und 30. 10. und 8. 11. 1931; Grazer Volksbl. vom 29. 10. 1931; Nagl–Zeidler–Castle, Bd. 4, S. 1206, 1215 f.; Kosch, Das kath. Deutschland.
(Klein)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 23, 1971), S. 281
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