Lössl, Franz Xaver (1801-1885), Architekt

Lössl Franz Xaver, Architekt. * Brünn, 26. 10. 1801; † Mixnitz (Stmk.), 25. 4. 1885. Stud. an der Wr. Akad. der bildenden Künste unter Nobile sowie am Polytechnikum, war 1825–29 Pensionär in Rom und wirkte 1830–33 als suppl. Korrektor an der Architekturschule der Wr. Akad., zu deren w. Mitgl. er 1836 ernannt wurde. 1830/31 baute er das Gebäude mit Konzertsaal für die Ges. der Musikfreunde in Wien unter den Tuchlauben, 1838 entstand die St.-Oswald-Pfarrkirche in Altmannsdorf, ferner errichtete er große Wohnbauten, wie den Domherrn- und den Zwettlerhof am Stephansplatz. Um 1842 verfaßte er ein Projekt für einen Stadtteil vor dem ehemaligen Kärntner-Thor mit dem sog. K.-Ferdinands-Bau, der ein Operngebäude, eine Börse, Boutiquen und Magazine in einem monumentalen Teil der Stadterweiterung umfaßte. L. verwendete in seinen Bauten klassizist. und biedermeierliche Formen, an denen er auch festhielt, als sich der Geschmack zu wandeln begann. Bei Besetzung einer Professur an der Akad. wurde er 1843 wegen zu einseitiger Ausrichtung auf die Antike nicht berücksichtigt.

L.: Thieme–Becker; W. Wagner, Die Geschichte der Akad. der bildenden Künste in Wien, 1967, S. 111 f.; Das Stadtbild Wiens im 19. Jh. Hist. Mus. der Stadt Wien, 4. Sonderausst. Oktober 1960 — Januar 1961, Katalog n. 88.
(Wagner–Rieger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 23, 1971), S. 281
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