Lohner, Jakob (1821-1892), Wagenfabrikant

Lohner Jakob, Wagenfabrikant. * Wien, 7. 10. 1821; † Wien, 19. 2. 1892. Sohn des Vorigen, Vater des Folgenden; arbeitete im Geist seines Vaters weiter. Er trat 1852 als Kompagnon gem. mit dem aus Aachen stammenden J. Neuss (bis 1855) in die Fa. L. Laurenzis (s. d.) ein und übernahm nach dessen Ableben 1860 allein den Betrieb. Die Haupttätigkeit des Unternehmens konzentrierte sich nunmehr auf den Bau von Luxus- und Ambulanzwagen. Ständig steigende Exportaufträge vornehmlich in die Balkanländer, nach Rußland und in den Nahen Osten machten die Schaffung einer größeren Betriebsstätte (Wien-Alservorstadt, Servitengasse 19) notwendig. 1868 traten F. Lohner und J. Brauner (Bruder und Schwager L.s) als Gesellschafter in die Fa. ein und gehörten ihr bis 1895 an. 1873 produzierte man das zehntausendste Fahrzeug und bereits 1876 sah man sich zur Errichtung einer erweiterten und den modernsten techn. Errungenschaften Rechnung tragenden Fabrik in Floridsdorf genötigt. 1878 kam es zum Bau einer Räder- und Federnerzeugungsanlage sowie einer Metall- und Eisengießerei, wodurch Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Halbfabrikaten behoben wurden. Im gleichen Jahr stellte man auch das neue Direktionsgebäude (Porzellangasse 2) fertig. Die Fa. nahm an fast allen ausländ. Industrieausst. teil und sicherte sich dadurch weltweiten Ruf. 1887 schied L. aus Altersgründen aus der Fa. und überließ die Führung des Betriebes seinem Sohn Ludwig L.

L.: Bll. für Techn. Geschichte, H. 12, 1950, S. 1 ff.; J. Mentschl – G. Otruba, Österr. Industrielle und Bankiers, in: Österr. Reihe, Bd. 279/81, 1965, S. 175 ff.; Großind. Österr., Bd. 3, S. 157 f.; Mitt. Lohnerwerke Ges. m. b. H., Wien.
(Stekl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 24, 1971), S. 299
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