Lolek, Stanislav (1873-1936), Maler

Lolek Stanislav, Maler. * Pollein (Palonín, Mähren), 13. 11. 1873; † Ung. Hradisch (Uherské Hradiště, Mähren), 9. 5. 1936. Stud. 1895–99 an der Prager Akad. in Mařáks Landschaftsklasse, dann zwei Jahre bei Ottenfeld, 1902/03 graph. Techniken in München. Er unternahm 1905, 1906, 1907 Studienreisen nach Rußland, 1907 mit Slavíček und Minařík nach Frankreich, Belgien und Deutschland, 1909 mit Slavíček nach Dalmatien. Sich mit dem Werke seines Lehrers Mařák und der frühen Ausdrucksweise seiner etwas älteren Zeitgenossen Kaván (s. d.) und vor allem Slavíček ausgleichend, neigte L. am Anfang seines Schaffens in Motiven und im Ausdruck zur Landschaft als dem Träger der Stimmung im Sinne der Malerei um die Jahrhundertwende. Um 1908 gelangte er, wahrscheinlich unter dem Einfluß von Slavíček und den Impulsen, die von den europ. Kunstströmungen ausgegangen waren, zu einer individuell abgestimmten impressionist. Malweise. Diese wechselte L. ungefähr ab 1917 gegen eine eher synthet. Anschauung, die in ihrer weiteren Entwicklung durch eine ausdrucksvolle Stilisierung gekennzeichnet war. Außer der Landschaftsmalerei widmete sich L. auch der Malerei von Waldtieren als einem selbständigen Genre. Der Zyklus seiner Handzeichnungen vom schlauen Füchslein gab Anregung zur literar. Bearbeitung (R. Těsnohlídek) und zur Vertonung (Janáčeks Oper „Das schlaue Füchslein“).

W.: Weidende Schafe, ca. 1901; Weide, ca. 1904; Der 5. Bez. von Prag, ca. 1906; Trauer im Walde, 1906; Allee in Luhatschovitz, ca. 1908; Mutterliebe, 1908; Das Eisenwerk in Witkowitz, 1909; Heimweg von der Weide, 1911; Dämmerstunde, 1912; Im Park von Ung. Hradisch, 1917; Das schlaue Füchslein (Zyklus), in: Lidové noviny, 1920; Dorfplatz in der Mähr. Slowakei, ca. 1922; Frühstück unter dem Baum, 1923; Heuernte, 1923; Waldschenke, 1927; Waldweg, 1932; etc.
L.: Almanach Sdružení výtvarných umělců moravských v Hodoníně, 1922/23; Dva mrtví (2 Verstorbene), in: Umění 9, 1936; Toman 2; Bénézit 5; Thieme–Becker; Vollmer; Masaryk 4; Otto 28, Erg.Bd. III/2; V. Suman, Naše lovná zvěř St. L. (Unser Jagdwild von St. L.), 1930; Československá vlastivěda 8: Umění, (Tschechoslowak. Heimatkde. 8: Die Kunst), 1935; O. Lasák, Z malířova zápisníku (Aus dem Notizbuch eines Malers), 1944; V. V. Štech, Výstava Julia Mařáka a jeho školy v pražském Obecním domě (Ausst. der Werke J. Mařáks und seiner Schule im Prager Gemeindehaus), in: Umění 2, 1929; Kataloge: Výstavy St. L. (Ausst. von St. L.), Göding, Künstlerhaus, 1924, 1967; Výstava krajin St. L. (Ausst. der Landschaften St. L.) Olmütz, Galerie, 1958.
(Kratinová)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 24, 1971), S. 303f.
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