Luze, Karl (1864-1949), Musiker

Luze Karl, Musiker. * Altenmarkt (N.Ö.), 4. 8. 1864; † Wien, 8. 2. 1949. Sohn eines Oberlehrers, von dem er schon als Kind Musikunterricht erhielt; kam zehnjährig als Hofsängerknabe nach Wien, wo er das Piaristengymn. und u. a. als Schüler A. Bruckners (s. d.) das Konservatorium der Ges. der Musikfreunde besuchte. 1882 wurde er Bassist der Hofkapelle und der Hofoper. 1883 wurde er durch Richter Solokorrepetitor, 1898 auch Chordirigent der Hofoper, an der er durch 42 Jahre wirkte. 1903–18 Hofburgkapellmeister. 1905–08 leitete L. außerdem die Opernabende und Ensembleübungen des Konservatoriums, 1913 wurde er (neben Keldorfer) zum Chormeister des Wr. Männergesangver., 1927 zu dessen Ehrenchormeister ernannt. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie gelang es ihm in Zusammenarbeit mit J. Schnitt, die zunächst stillgelegte Hofkapelle auf Ver.-Basis zu reaktivieren. 1923 wurde sie vom Bund übernommen. Bei seinem Rücktritt von der Leitung des Inst., wurde L. 1933 der Hofratstitel verliehen. Vielfach geehrt und ausgezeichnet, u. a. Prof. und Regierungsrat, Vorstand des Witwen- und Waisenver. Haydn.

L.: Die Presse vom 10. 2. 1949; Neue Illustrierte Wochenschau vom 30. 8. und 4. 10. 1964; Musica Divina, Jg. 5, 1934, S. 19 f.; Österr. Musikz., Jg. 4, 1949, S, 79; Frank-Altmann; Müller; Riemann; Deutschlands, Österr.-Ungarns und der Schweiz Musiker in Wort und Bild, 1909; Kosel; Jb. der Wr. Ges., 1928, 1929; Kosch, Das kath. Deutschland; R. Lach, Geschichte der Staatsakad. für Musik und Darstellende Kunst in Wien, 1927.
(Antonicek)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 24, 1971), S. 382
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