Madarász, Viktor (1830-1917), Maler

Madarász Viktor, Maler. * Csetnek (Štítnik, Slowakei), 14. 12. 1830; † Budapest, 10. 1. 1917. Nach jurist. Stud. in Fünfkirchen stud. er ab 1853 an der Akad. der bildenden Künste in Wien, 1854–56 an Waldmüllers Privatschule. Ab 1856 arbeitete er im Atelier Cogniets in Paris und wurde besonders durch Delaroches romant. Stil beeinflußt. M. malte vor allem Kompositionen aus der ung. Vergangenheit; seine dramat.-suggestiven Bilder wurden 1860 in Paris mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet. Die in Paris verbrachten 14 Jahre bedeuteten den Gipfel seiner Laufbahn. 1870 kam er nach Pest zurück. Sein Talent schien aber erschöpft und durch die Kritik mißgestimmt, malte er immer weniger. 1873–1902 führte er das von seinem Vater geerbte Geschäft, geriet aber in Konkurs. Er wandte sich wieder der Kunst zu und malte hauptsächlich Porträts. M., der mit 18 Jahren während der ung. Revolution mitgekämpft hatte, widmete seine Kunst der Idee der nationalen Unabhängigkeit. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens war er der bedeutendste Meister der romant.hist. Malerei in Ungarn.

W.: Der Traum des Flüchtlings, 1856; Nikolaus Zrinyi, 1858; Helene Zrinyi im Verhör, 1859; Die Beweinung Ladislaus Hunyadis, 1859; Felician Zách, 1859; Zrinyi und Frangepan in der Armensünderzelle, 1864; Das Bildnis Georg Dózsas, 1867; Dózsas Volk, 1869; Gabriel Bethlen im Kreise seiner Gelehrten, 1872; Petőfis Tod, 1875; Der Landtag von Ónod, 1879; Kgn. Isabella, 1879; Selbstporträt, 1910; Auferstehung, 1913; etc.
L.: Wr. Ztg. vom 11. 1. 1917; Művészet, 1904, S. 249 ff.; A Hét, 1910, S. 823 f., 1917, S. 47 ff.; Magyar Művészet, 1930, S. 236 ff., 607 ff.; Revue de Hongrie, 1941, S. 169 ff., 1942, S. 71 ff.; Nouvelle Revue de Hongrie, 1942, S. 71 ff.; K. Lyka, M. V. élete és művei (V. M.s Leben und Werke), 1922; D. Radocsay, M. V., 1941; Z. Székely, M. V., 1954; K. Néray, M., Székely, Lotz, 1965; G. Entz, A magyar szabadsághősök festője (Die Maler der ung. Freiheitshelden), in: Napkelet, 1939, S. 202 ff.; Művészeti Lex. 3, 1967; Bénézit 5; Thieme–Becker; Das geistige Ungarn; M. Életr. Lex. 2; Pallas 11; Révai 13, 20; Seubert; Új M. Lex. 4; Wurzbach; A magyarországi művészet története (Geschichte der Kunst in Ungarn), red. von A. Zádor, Bd. 2, 1962, S. 171 ff.
(Benda)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 25, 1972), S. 397
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