Madlener, P. Johann (1787-1868), Seelsorger

Madlener P. Johann, C.S.S.R., Seelsorger. * Strakonitz (Strakonice, Böhmen), 15. 11. 1787; † Prag, 26. 5. 1868. Sohn eines aus Vorarlberg stammenden Militärarztes; stud. 1806–10 Mathematik und Physik an der Univ. Wien, 1814 Dr.phil. Durch Kant und Schelling verfiel er dem Rationalismus und Pantheismus, rang sich aber zum kath. Glauben und zum Stud. der Theol. durch und kam in den Kreis um Klemens M. Hofbauer (s. d.). 1819 Priesterweihe und Kaplan bei St. Augustin. Nach dem Tod Hofbauers (1820) versammelten sich dessen Freunde und Schüler um M. Er trat in die neu gegründete Kongregation der Redemptoristen, wirkte zuerst bei Maria am Gestade und wurde 1827 zum Begründer der Niederlassung in Innsbruck. Nach der Rückkehr nach Wien (1830) verfaßte er das Gutachten über Hermes, nahm Stellung gegen die Phil. und Theol. seiner Freunde A. Günther (s. d.) und Veith, aber Kardinal Schwarzenberg von Salzburg verhinderte damals noch die Indizierung. 1840 führte M. die Volksmissionen in Tirol ein, wirkte später in der Stmk. und kam schließlich als Mitbegründer einer Niederlassung der Redemptoristen nach Prag. In Wien war er Freund und Seelenführer der Familie des Nazareners J. v. Führich (s. d.).

W.: Wer ist wie Gott? 1831; Das Licht in der Finsternis oder das göttliche Christentum im Kampf mit dem Zeitgeist, 1837; Selbstbiograph. Skizze, Briefe an die Familie Führich, beides Manuskripte, Provinzarchiv Wien; zahlreiche Abhh. in Ölzweige, 1819–23.
L.: Die Furche vom 22. 2. 1947; E. Hosp, Spicilegium historicum Congregationis Ssmi Redemptoris 5, 1957, S. 353 ff.; K. Mader, Die Kongregation des allerheiligsten Erlösers in Österr., 1887, S. 427 ff.
(Hosp)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 25, 1972), S. 402
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