Mätzler, Anton (1780-1857), Theologe und Schriftsteller

Mätzler Anton, Theologe und Schriftsteller. * Andelsbuch (Bregenzerwald), 25. 7. 1780; † Augsburg (Schwaben), 30. 6. 1857. Stud. in Innsbruck, Linz und Freiburg i. Br., zuletzt als Seminarist in Meersburg kath. Theol. 1802 zum Priester geweiht, war M. in der Seelsorge in Grossdorf und Langenegg tätig, wo er bald durch seine pädagog. Fähigkeiten auffiel und, erst 27jährig, zum Distriktsschulinspektor ernannt wurde. Als Gegner der Erhebung von 1809 wurde er 1810 als Pfarrer nach Opfenbach (Allgäu) versetzt und in die zweite Kammer der bayer. Ständeversmlg. gewählt. 1821 wurde M. Dekan des Landkapitels Weiler, 1835 Domkapitular in Augsburg und geistlicher Rat, 1841 Generalvikar. M. besaß eine große wiss. Bildung und verfaßte zahlreiche Schriften, meist volkstümliche Erbauungsbücher und Predigten. Er trat auch als Förderer kirchlicher Kunst hervor (Andelsbuch, Opfenbach, Augsburg, München). Seine wertvolle Bibl. schenkte er 1848 dem Dekanat Bregenzerwald.

W.: Belehrung über das Einimpfen der Kuhpocken, 1805; Buß- und Kommunionunterricht zum Gebrauche der Schulen, 1807, 3. Aufl. 1834; Lebensgeschichte des Hl. Gebhard, 1813; Lebensgeschichte der Hl. Elisabeth, 1813; Reime, Denksprüche und Sprichwörter über die christliche Glaubens- und Sittenlehre, 1815; Geschichte der christkath. Kirche, 4 Tle., 1819–26; Legenden der Hlg. auf alle Tage des Jahres, 2 Bde., 4. Aufl. 1840–42; Knospen und Früchte mehrer Tugend und Frömmigkeit, 1836; etc.
L.: Schematismus der Geistlichkeit des Bistums Augsburg, 1858, S. 236 ff.; F. K. Felder, Gelehrten- und Schriftsteller-Lex. der kath. Geistlichkeit Deutschlands und der Schweiz, Bd. 1, 1817; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; H. Witetschek, Stud. zur kirchlichen Erneuerung im Bistum Augsburg, 1969; Briefwechsel zwischen Ludwig I. und E. v. Schenk, hrsg. von M. Spindler, 1930.
(Burmeister)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 25, 1972), S. 405
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