Magg, Julius (1837-1914), Advokat und Politiker

Magg Julius, Advokat und Politiker. * Wien, 22. 4. 1837; † Meran (Südtirol), 15. 11. 1914. Vater des Folgenden; stud. an der Univ. Wien Jus, 1860 Dr.jur., 1863–73 Prof. an der neugegründeten Wr. Handelsakad., wo er Handels- und Wechselrecht vortrug; daneben absolv. er seine Konzipientenpraxis, legte 1864 die Advokatenprüfung ab, wurde 1869 in die Liste der niederösterr. Advokatenkammer eingetragen und wirkte 1869–1908 als Hof- und Gerichtsadvokat. 1870–75 Mitgl. des Ausschusses der niederösterr. Advokatenkammer, 1893–99 Mitgl. des Disziplinarrates, fungierte auch als Prüfungskoär. für die Rechtsanwaltsprüfung und nahm regen Anteil an allen Beratungen über Standes- und Gesetzgebungsfragen. Ab 1871 niederösterr. Landtagsabg. für die Städte Neunkirchen und Pottendorf, verwaltete er die Finanzen des Landesausschusses. 1876–1891 Reichsratsabg. Von M., einem der verdientesten Mitgl. der dt.-liberalen Partei (später Vorstand der „Vereinigten Deutschen Linken“), stammt der gegen die Methoden des Min. Taaffe gerichtete Ausdruck vom „Fortwursteln“ in der Verwaltung. Nachdem M. auf seine Mandate verzichtet hatte, widmete er sich bis 1908 nur mehr der Advokatur und zählte u. a. die Familie Salm, N. Dumba (s. d.) und die erste Generation der Familie Gutmann zu seinen Klienten. Auch schriftsteller. tätig, verfaßte er u. a. den Entwurf eines Gesetzes über Aktienges.

W.: Über handelsrechtliche Vorsichten bei Kauf und Verkauf von Waren, in: Jahresber. der Wr. Handelsakad., 1866; Rede, gehalten bei Enthüllung des K. Joseph-Denkmals zu Deutschlandsberg am 8. 9. 1883, 1883.
L.: Wr. Ztg. vom 16. 11. 1914; N. Fr. Pr. vom 16. und 17. 11. 1914; Jurist. Bll., Jg. 43, 1914, S. 511; O. Knauer, Das österr. Parlament von 1848–1966, 1969, S. 130; Festschrift aus Anlaß des 75-jährigen Bestandes der Rechtsanwaltskammer in Wien, in: Österr. Anwalts-Ztg., Jg. 2, 1925, n. 7–12, S. 87.
(Ströher)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 25, 1972), S. 408
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>