Mayer, Adolf (1863-1926), Höhlenforscher

Mayer Adolf, Höhlenforscher. * Pettau (Ptuj, Unterstmk.), 26. 6. 1863; † Graz, 10. 3. 1926. Übte in Graz zunächst den Beruf eines Zimmer- und Dekorationsmalers aus. Ausgelöst durch das eindrucksvolle Erlebnis der Errettung der vom Hochwasser in der Lurhöhle Eingeschlossenen (Mai 1894), wurde die Höhlenforschung in den mittelsteir. Karstgebieten, vor allem die weitere Erforschung der Lurhöhle zunächst vom Semriacher Eingang her und durch die Schächte des Tanneben-Plateaus, endlich ihre Erschließung von Peggau aus, zu seiner Lebensaufgabe, der er sich als Obmann des „Steirischen Höhlenklubs“ mit rastlosem Eifer widmete. 1906 begannen unter seiner Leitung und Mitarbeit Stollenvortriebe zur Umgehung gänzlich wassererfüllter Gangstrecken. Erst nach vieljährigen Bemühungen, nach wesentlicher Tieferlegung des Höhlenbaches gelang die Erschließung der Peggauer Lurhöhle für den Besuch und unter M.s Verwaltung blühte der Schaubetrieb bald auf (1921 ca. 80.000 Besucher). Korr. Mitgl. der Staatlichen Höhlenkomm. M. malte zahlreiche Aquarelle und Ölbilder mit Höhlenansichten, die wegen ihrer Naturtreue bedeutenden Dokumentationswert besitzen. Seine sorgfältig geführten Tagebücher und Befahrungsprotokolle (im Archiv des Landesver. für Höhlenkde. in der Stmk.) sind eine ausgezeichnete Quelle zur Geschichte der steir. Höhlenforschung dreier Jahrzehnte.

L.: Speläolog. Jb., Jg. 7/9, 1926/28, S. 6; R. Saar, Die Lurhöhle b. Peggau in Stmk., in: Österr. Höhlenführer, Bd. 3, 1922.
(Pirker)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 25, 1972), S. 416
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