Meyr, Johann (1775-1841), Fabrikant

Meyr Johann, Fabrikant. * Silberberg (Stříbrné Huté, Böhmen), 1775; † Adolf b. Winterberg (Vimperk, Böhmen), 17. 1. 1841. Sohn Josef M.s, dem 1809 als Glasmeister der Silberberghütte (bucquoysche Herrschaft Gratzen, Bez. Kaplitz) nach längeren Versuchen die Herstellung von qualitativ einmaligem Kristallglas gelang und der 1816 auf der schwarzenberg. Herrschaft Winterberg (Bez. Prachatitz) die Glasfabrik Adolphshütte errichtete. Unter Johann M.s Leitung konnte der Betrieb eine gewaltige Produktionsausdehnung verzeichnen. 1834 wurde nach umfangreichen Rodungs- und Trockenlegungsarbeiten die Hütte Eleonorenhain errichtet, welche in der Folge zum Mittelpunkt einer Dorfsiedlung wurde; eine dritte Hütte bestand in Kaltenbach. Das Unternehmen versorgte zahlreiche Glasverleger und -schleifer Nordböhmens mit feinem Glas. Ende der 30er Jahre hatten die Betriebe 5 Glasöfen mit 42 Glasmachern und 87 Gehilfen sowie 16 Glasschleifwerke mit 187 Arbeitern. Die Fa. besaß nicht zuletzt durch M.s techn. Kenntnisse in sämtlichen Erzeugungssparten (Tafel-, gewöhnliches und feines Hohlglas, vor allem aber Kristallglas und Buntglas in verschiedenen Farben, Schliffen und Malereien) einen ausgezeichneten Ruf. Ab 1835 war die Fa. auf zahlreichen in- und ausländ. Gewerbeausst. vertreten und wurde mehrfach prämiiert. Nach M.s Tod wurde das Unternehmen von W. Kralik v. Meyrswalden (s. d.) und J. Taschek, ab 1862 von Kralik allein weitergeführt (Fa. Meyrs Neffe).

L.: Hoam, Ms. der Böhmerwäldler, 1962, F. 1, S. 15; Wurzbach; R. Kubitschek, Eleonorenhain. 100 Jahre Glasindustrie, 1932; J. Blau, Die Glasmacher im Böhmer- und Bayerwald, Bd. 2, 1956, S. 157; R. Schmidt, 100 Jahre österr. Glaskunst, 1925, S. 89 ff.; Die Glasindustrie, ihre Geschichte, gegenwärtige Entwicklung und Statistik, hrsg. von L. Lobmeyr, 1874; Slokar, S. 524, 527, 531.
(Stekl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 25, 1972), S. 429
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