Mayerhofer, Gottfried (Johann Matthias) (1746-1820), Abt und Theologe

Mayerhofer Gottfried (Johann Matthias), O. Praem., Abt und Theologe. * St. Veit (Kärnten), 26. 6. 1746; † ebenda, 28. 3. 1820. Trat mit 18 Jahren in das Prämonstratenser Chorherrenstift Griffen ein und vollendete seine in Klagenfurt begonnenen theolog. Stud. in Graz. Nach seiner Rückkehr war er Prof. für die Stiftskandidaten, 1779 wurde er zum Abt gewählt. Seine besondere Sorge als Abt galt der zum Stift gehörigen Wallfahrtskirche zum Hl. Kreuz in Perau b. Villach und den zahlreichen Pilgern. 1786 wurde das Stift aufgehoben. Ab 1797 wirkte M. als Gen.Vikar des Bischofs von Lavant in St. Andrä, 1801 Dir. des wiedererrichteten Priesterhauses in Klagenfurt. In dieser Zeit gehörte er zum Gelehrten- und Künstlerkreis um Kardinal Salm. 1809 zog er sich nach St. Veit zurück und lebte seinen philosoph.-theolog. Stud. Er sah seine Aufgabe darin, von der Theol. aus der Phil. Kants – insbesondere in der Gestalt des Fichteschen absoluten Idealismus – entgegenzutreten.

W.: Entwurf einer Prüfung über die Prüfung des kath. prakt. Unterrichtes, 1805. Manuskripte: Zurechtweisung der Kunstsprache der krit. Phil. nach der Lehre der christkath. Religion und Kirche, mit Anhang; Kurzgereihte Gedanken über die Sokrat. Lehrmethode; Ist Gott ein Ideal aller Vollkommenheit?; Ist der Mensch sein Selbstzweck?; Bemerkungen über das Religions-Hdb. für gebildete Stände.
L.: Carinthia, Jg. 10, 1820, n. 32; E. Nußbaumer, Geistiges Kärnten, 1956, S. 288 f.; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; B. Schroll, Das Prämonstratenserstift St. Maria zu Grifenthal in Unterkärnten, in: Archiv für vaterländ. Geschichte und Topographie, Bd. 16, 1886, S. 162 f.; A. Žak, Zur Geschichte des Prämonstratenserstiftes Griffen in Unterkärnten, in: Carinthia I, Jg. 102, 1912, S. 87 ff.
(J. Ploner)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 26, 1973), S. 13
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