Mayerhofer, Karl (1828-1913), Sänger

Mayrhofer Karl, Sänger. * Wien, 13. 3. 1828; † Wien, 2. 1. 1913. Sohn des Schauspielers Franz M. († 1871), der 1827–50 am Hofburgtheater wirkte und auch ein gesuchter Homöopath war; trat schon in Kinderrollen am Theater a. d. Wien und am Hofburgtheater (1836, älterer Sohn Tells) auf. 17jährig besuchte er die Akad. der bildenden Künste in Wien, begann aber bald bei dem Bassisten Seipelt Gesang zu stud. Der Bassist J. Staudigl sen. wurde sein Ratgeber und Vorbild. 1848 ging M. über Paris nach London, wo er sich bei Garcia vor allem im Oratoriengesang ausbilden ließ. Als Opernsänger debut. er 1851 an dem unter der Leitung von Liszt (s. d.) stehenden Weimarer Hoftheater. 1854 gastierte er an der Wr. Hofoper und wurde sofort engagiert. Am 23. 7. debut. er in der Rolle des Papageno. Bis zu seiner Pensionierung 1895 zählte M. zu den beliebtesten und gefeiertsten Mitgl. (Ehrenmitgl.) der Hofoper. Obwohl M. auf Grund seiner äußerst vielseitigen künstler. Individualität auch dem ernsten Fach gerecht wurde, war seine eigentliche Domäne doch die kom. Oper. Während seiner Glanzzeit galt er als der beste Baßbuffo des dt. Sprachraums. Gastspielreisen führten M., der auch als Konzert- und Oratoriensänger Vortreffliches leistete (1863 sang er in Wien bei einem von Wagner geleiteten Konzert als erster die Anrede Pogners), u. a. nach Leipzig, Berlin, Hamburg, Bremen und London. M. war auch als hervorragender Schachspieler bekannt.

Hauptrollen: Bartolo (Der Barbier v. Sevilla); Leporello (Don Giovanni); Papageno (Die Zauberflöte); Lord Kookburn (Fra Diavolo); Fluth (Die lustigen Weiber v. Windsor); Dulcamara (Der Liebestrank); Don Pasquale (Don Pasquale); Figaro (Die Hochzeit des Figaro); Rocco (Fidelio); Kg. Heinrich (Lohengrin); etc.
L.: N. Fr. Pr. vom 10. 3. 1908, 3. und 5. 1. 1913; Wr. Ztg. und RP vom 3. 1. 1913; Neues Wr. Journal vom 6. 1. 1929; Rathaus-Korrespondenz vom 28. 12. 1962; Neuer Theateralmanach, 1895, S. 160; Eisenberg; O. G. Flüggen, Biograph. Bühnenlex. der dt. Theater, 1892; Frank–Altmann; Katalog der Porträt-Smlg.; Kosch, Theaterlex.; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Kosel; Wurzbach; Wer ist’s? 1905–11; R. Lothar – J. Stern, 50 Jahre Hoftheater, 1898; Rub.
(E. Marktl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 26, 1973), S. 14f.
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