Mayrhofer, Karl (1837-1882), Gynäkologe

Mayrhofer Karl, Gynäkologe. * Steyr (OÖ), 2. 6. 1837; † Franzensbad (Františkovy Lázně, Böhmen), 3. 6. 1882. Sohn des Folgenden; stud. an der Univ. Wien Med., 1860 Dr. med.; erfuhr dann seine weitere Ausbildung bei dem Chirurgen Schuh und bei Arlt (s. d.), bevor er sich 1862 der Geburtshilfe und Gynäkol. unter Braun–Fernwald (s. d.) zuwandte. 1870 Priv.Doz., 1875 tit. ao. Prof. Berufliche und familiäre Schwierigkeiten veranlaßten ihn, 1878 nach Rußland zu übersiedeln. Nach Wien zurückgekehrt, beschäftigte er sich vorwiegend mit literar. Arbeiten. 1881 ließ er sich wegen eines Leidens als prakt. Arzt in Franzensbad nieder. M., dessen wichtigste geburtshilfliche Arbeiten dem Kindbettfieber galten, versuchte die parasitäre Natur dieser Erkrankung – an Pasteurs Forschungen anschließend und über die Ergebnisse von Semmelweis hinausgehend – zu beweisen. Er beschrieb Vibrionen im Lochialsekret und wies auf den Schutz des sauer reagierenden Scheidensekretes vor Verunreinigung hin. Seine Erkenntnisse fanden jedoch nicht die gebührende Anerkennung.

W.: Eine Beobachtung zur näheren Kenntniss der Wirkung eines gesteigerten intracolären Druckes, in: Z. der k. k. Ges. der Ärzte zu Wien, Jg. 16, 1860; Untersuchungen über Ätiol. der Puerperalprocesse, in: Med. Jbb. 19, 1863; Zur Frage der Ätiol. der Puerperalprocesse, in: Ms. für Geburtenhülfe 25, 1865; Über den Mechanismus der Geburt bei Kopflage, in: Wr. med. Presse, 1868; Sterilität, Entwicklungsfehler und Entzündungen des Uterus, in: Hdb. der allg. und speziellen Chirurgie, hrsg. von F. Pitha und Th. Billroth, Bd. 4, Abt. 1 a, 1882; etc.
L.: Wr. med. Presse 26, 1882, S. 778 f.; Wr. med. Bll. 5, 1882, S. 726; Hirsch; Kosch, Das kath. Deutschland; ADB; Lesky, S. 218.
(M. Jantsch)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 26, 1973), S. 15
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