Manussi von Montesole, Alfred (1863-1945), Verwaltungsbeamter und Offizier

Manussi von Montesole Alfred, Verwaltungsbeamter und Offizier. * Wien, 4. 5. 1863; † Pommerswitz (Pomorzowice, Oberschlesien), 17. 3 1945. Sohn des Beamten und Philanthropen Ferdinand Karl M. v. M. (s. d.), Bruder des Folgenden; trat nach Abschluß seiner jurid. Stud. an der Univ. Wien 1884 als Statthaltereikonzipist bei der Statthalterei für das Küstenland in Triest in den Staatsdienst, übernahm 1900 als Bez. Oberkoär. die Leitung der Bez. Hauptmannschaft Lussin, 1903–06 Bez. Hptm. in Volosca. 1906 Oberpolizeirat und Leiter der Polizeidion. in Triest, 1907 Hofrat und Polizeidir. (ab August 1914 als Titular-Polizeipräs.) bis zum Kriegseintritt Italiens im Mai 1915. M., der ab 1883 als Lt. i. d. Res. des Dragonerrgt. 1 dem k. u. k. Heere angehörte, wurde 1911 Mjr., 1916 Obstlt. i. d. Res. Diese bei einem Staatsbeamten seltene militär. Ausbildung führte während des Krieges auch zu einer vorwiegend militär. Tätigkeit M.s im Bereich des Küstenlandes. Ab Mai 1915 leitete er zunächst als Gruppenkmdt. im Rahmen der 187. Infanteriebrig. die Sicherung der Staatsgüter in Triest und stellte ein Militär-Polizei-Wachkorps in dieser Stadt auf, außerdem unterrichtete er an einem Off. Kurs für Verwaltungsdienste. Von Juli 1916 bis Ende April 1917 befehligte M. die Marschformationen der im Gailtal stehenden 94. Inf. Div., dann das im Kampfabschnitt des Plöckenpasses stehende Landsturm-Inf. Baon. 30, wobei er sich als Truppenführer hervorragend bewährte. Im Mai 1917 aus Gesundheitsrücksichten ins Hinterland versetzt, übernahm M. am 15. 9. 1917 die Stelle eines Abwehroff. bei der in den Raum Tolmein verlegten dt. 14. Armee und wurde gleichzeitig Leiter der polit. Abt. der dieser Armee zugewiesenen k. u. k. Quartiermeister-Abt. 6. Am 16. 11. 1917 folgte die Ernennung M.s zum Stellvertreter des Chefs der Verwaltungssektion beim Kmdo. der Südwestfront und ab 24. 12. 1917 wirkte er als Distrikts- und Stadtkmdt. von Udine, wobei er großes Geschick bewies. Nach 1918 lebte M. in Graz, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1923 die Invaliden-Entschädigungskomm. für die Stmk. leitete und sich außerdem militärhist. Stud. widmete, welche in zahlreichen Artikeln in Tagesztg. ihren Niederschlag fanden.

L.: KA Wien.
(R. Kiszling)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 26, 1973), S. 62f.
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