Maras, Raimund (1845-1914), Schriftsteller und Schulmann

Maras Raimund, Schriftsteller und Schulmann. * Böhm. Leipa (Česká Lípa, Böhmen), 8. 2. 1845; † Niemes (Mimoń, Böhmen), 4. 3. 1914. Zuerst in einem Geschäft, anschließend als Kanzleibeamter tätig, wurde er schließlich Lehrer und Schulleiter in Schossendorf, später Oberlehrer in Neuland b. Niemes. Schon in jungen Jahren verfaßte M. Erzählungen in der heim. Mundart, die er in der „Rumburger Zeitung“, der Warnsdorfer „Abwehr“ und in Roseggers „Heimgarten“ veröff.; auch seine Bühnenstücke hatten in seiner engeren Heimat Erfolg. Seine erzählende Prosa, phantasiereich und beschaulich, zeigt M. als gemütvollen, humorist. und realist. Darsteller der meist aus dem Volksleben gewählten Stoffe. Als begeisterter Ornithologe war er auch Leiter der Ortsgruppe Niemes des österr. Bundes der Vogelfreunde. Später befaßte sich M. mit Blindenschrift, in die er mehrere seiner Erzählungen (3 Bde., dem Wr. Blindenerziehungs-Inst. gewidmet) übertrug.

W.: Das Fischermädchen von Politz (Schauspiel), 1881; Eine Ferienreise, 1882; Wie man Privatsekretär wird (Volksstück), 1883; Ein Namenloser (Schauspiel), 1884; Belagerung Belgrads (hist. Erzählung), 1885; Bunte Bilder und Gestalten aus dem nördlichen Böhmen (Erzählungen), 1891, 2. Aufl. 1893; Niemes mit dem Roll (Führer), 1903, 2. Aufl. 1905; etc.
L.: Mitt. des nordböhm. Exkursionsklubs, Jg. 17, 1914, S. 55 f.; Giebisch–Gugitz; F. Jaksch, Lex. sudetendt. Schriftsteller, 1929; Kürschner, 1889–96.
(V. Hanus)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 26, 1973), S. 66
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