Matoušek, Josef (1876-1945), Politiker und Jurist

Matoušek Josef, Politiker und Jurist. * Eisenbrod (Železný Brod, Böhmen), 25. 5. 1876; † Prag, 4. 6. 1945. Stud. an der Univ. Prag Jus, 1901 Dr.jur. M. trat in den Gerichtsdienst ein und wirkte zunächst in Prag, später in Jitschin. Ab 1921 war er OLGR am Kreisgericht in Prag. Vor dem Ersten Weltkrieg wirkte er in der Realisten-Partei Masaryks (s. d.) und wurde nach deren Verschmelzung mit der Nationaldemokrat. Partei in die Nationalversmlg. delegiert, wo er im Rechtsausschuß tätig war. 1920–35 wurde er wiederholt zum Abg. gewählt. M. vertrat die Partei auch in der Regierung, und zwar als Handelsmin. im zweiten Udržal-Kabinett und in der ersten Malypetr-Regierung. Ab 1935 Senator der Nationalversmlg. und Vorsitzender des Senatorenklubs der Nationalen Einheitspartei.

W.: Základní pojmy národního hospodářství (Grundbegriffe der Volkswirtschaft), 1909; Jak čsl. nár. demokracie uplatňovala svůj soc. ref. program? (Wie führte die tschechoslowak. Nationaldemokrat. Partei ihr sozialreformer. Programm durch?), 1925; Československá politika za poslední dva roky 1924/25 (Die tschechoslowak. Politik im Verlauf der letzten zwei Jahre 1924/25), 1925; Zákon o přímých daních (Das Gesetz über direkte Steuern), 1927; Československá politika za léta 1926–28 (Die tschechoslowak. Politik in den Jahren 1926–1928), 1928; Hospodářské vztahy československopolské (Tschechoslowak.-poln. Wirtschaftsbeziehungen), 1932; Situace obchodu v dnešní hospodářské krisi (Die Situation des Handels in der heutigen Wirtschaftskrise), 1932; Konec neplánovitého usměrňování (Schluß mit der planlosen Gleichschaltung), 1936.
L.: Slovník národohospodářský, sociální a politický (Lex. für Nationalökonomie, Soziol. und Politik), Tl. 3, 1933; Masaryk; Otto, Erg.Bd. IV/1.
(Z. Pousta)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 27, 1974), S. 146
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