Mauthner, Josef; Pepi (1831-1890), Schriftsteller

Mauthner Josef, Lyriker. * Prag, 15. 2. 1831; † Wien, 23. 4. 1890 (Selbstmord). Bruder des Ophthalmologen Ludwig M. (s. d.), des Fabrikanten Max Frh. v. M. (s. d.) und des Advokaten Philipp v. M. (s. d.); wurde während seiner Stud. in Prag von M. Hartmann (s. d.) richtunggebend beeinflußt. Zum Kaufmannsstand bestimmt und frühzeitig darin tätig, bildete sich M. autodidakt. weiter. Während der Märzrevolution 1848 gehörte er der Wr. Akad. Legion an. Er führte dann das elterliche Geschäft und konnte sich nur nebenberuflich seinen dichter. Neigungen widmen. Innerer Zwiespalt und finanzielle Schwierigkeiten führten schließlich zu M.s völligem Zusammenbruch, so daß er sich erschoß. Seine Gedichte sind über das Bekennen der Genußfreude hinaus überwiegend verstandeshaft-reflexiv, so daß ihnen unmittelbare Wirkung versagt bleibt. Seine in späteren Lebensjahren geschriebenen Verse bekunden vielfach eleg. Stimmungen, erschöpfen sich jedoch auch geistig in der Begrifflichkeit ird. gebundenen Seins. Formal sind M.s Gedichte klingend und gekonnt gereimt. In der Wr. Ges. war M. als „Pepi Mauthner“ weithin bekannt.

W.: Gedichte, hrsg. von I. Mauthner, 1891, 2. Aufl. 1896.
L.: N. Fr. Pr. vom 23. 4. 1890; Brümmer; Giebisch–Gugitz; Nagl–Zeidler–Castle, Bd. 4, S. 1330; ADB.
(V. Hanus)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 27, 1974), S. 161f.
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