May, Matthias (1884-1923), Maler

May Matthias, Maler. * Köln, 5. 6. 1884; † Linz a. d. Donau, 28. 7. 1923. Zuerst in der Kistentischlerei Stollwerck beschäftigt, wurde er auf Kosten der Fa. an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Köln weitergebildet, ab 1905 an der Akad. der bildenden Künste in München (Diez, Jank). Nach kurzem Aufenthalt in Paris wieder in Bayern. Zu den Einflüssen von Impressionismus, Cézanne und van Gogh kam das Vorbild Corinths. 1913 heiratete M. die Linzer Malerin Paula Pillesmüller. 1919 gehörte er in Linz zu den Mitbegründern der Künstlervereinigung „Der Ring“, ab 1920 betrieb er eine Kunstschule, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens richtungweisendes Zentrum der modernen Kunst in OÖ wurde. 1922 nach München zurückgekehrt, hielt M. den Strapazen eines Atelierbaues nicht stand und wurde schwerkrank nach Linz gebracht. Acht Gedächtnisausst. seiner expressionist., starkfarbigen Gemälde und seiner gekonnten Graphiken in Köln, Linz und München sowie sein Einfluß auf das Schaffen vieler seiner Freunde und Schüler legen von seinem Wirken Zeugnis ab.

W.: Selbstbildnis, 1910, Städt. Kunstsmlg., München; Jugendliches Selbstbildnis, Wallraf–Richartz-Mus., Köln; Die Genesende, Österr. Galerie, Wien; Bildnis einer Schauspielerin (S. Benedikt), Männlicher Akt im Waschzuber, beide Stadtmus. Linz; Graphiken (Radierungen, Lithographien und Zeichnungen), Staatliche Graph. Smlg., München, Oberösterr. Landesmus., Stadtmus., beide Linz.
L.: Linzer Volksbl. vom 31. 7., Tagbl. und Tages-Post (Linz) vom 1. 8. 1923; J. Schmidt, Der Maler M. M. und seine Linzer Schule, 1954; Thieme–Becker; Die bildende Kunst in Österr. 6; G. Schmidt, Neue Malerei in Österr., 1956, S. 90; G. Feuerstein–Η. Hutter–E. Köller–W. Mrazek, Moderne Kunst in Österr., 1965, S. 52; Österr. Malerei 1908–1938, Ausst. Graz 1966, S. 51 f; Die Künstlervereinigung MAERZ 1913–1973, 1973, S. 10 f., 16 ff.
(G. Wacha)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 27, 1974), S. 170
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