Mederitsch (Gallus), Johann (1752-1835), Musiker

Mederitsch (Gallus) Johann, Musiker. * Wien, 27. 12. 1752 (Taufdatum); † Lemberg, 18. 12. 1835. Sohn des Bassisten Gallus Anton M. aus Götzendorf (1710–1774); erhielt Musikunterricht durch G. Ch. Wagenseil. 1779 debut. er als Opernkomponist. 1781/82 Musikdir. am Olmützer Theater, war dann in Wien und wirkte möglicherweise am poln. Hof. 1793/1794 war er in Ofen, 1796–98 in Wien, 1798 vielleicht wieder in Pest, dann abermals in Wien, wo er um ca. 1800 Musiklehrer Grillparzers (s. d.) war. 1811 ging er nach Lemberg. Ab 1825 war er mit Mozarts jüngerem Sohn (seinem Schüler in Kontrapunkt) befreundet, der für M.s Begräbniskosten aufkam und seinen Nachlaß, der allerdings im Salzburger Dommusikver. makuliert worden sein dürfte, erhielt.

W.: Bühnenmusik; 4 Messen; Stabat Mater; Symphonien; Kammer- und Klaviermusik. Opern und Singspiele: Der redliche Verwalter, 1779; Der Schlosser, 1781; Die Rose, 1783; Der letzte Rausch, 1788; Die Seefahrer, 1794; Die Rekruten, 1794; etc.
L.: Th. Aigner, J. G. M., Komponist und Kopist des ausgehenden 18. und frühen 19. Jh., in: Die Musikforschung, Jg. 26, 1973, S. 341 ff.; Alt-Wr. Kalender für das Jahr 1919, S. 134 ff.; Österr. Musikz. 7, 1952, S. 15 ff.; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Grove; Riemann; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; ADB.
(Th. Antonicek)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 27, 1974), S. 183
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