Meisl (Meisel), Hugo (1881-1937), Sportfunktionär

Meisl (Meisel) Hugo, Sportfunktionär. * Maleschau (Malešov, Böhmen), 16. 11. 1881; † Wien, 17. 2. 1937. Sohn eines Kaufmannes; von Beruf Bankbeamter, spielte M. beim First Vienna Football Club und war von dessen Gründung an (1904) im Verbandsvorstand, 1906 Vorsitzender-Stellvertreter des Schiedsrichter-Kollegiums, internationaler Schiedsrichter, der eine Reihe von bedeutenden Länderspielen leitete. 1910 Verbandskapitän des Fußballverbandes und Obmann des Schiedsrichter-Kollegiums. 1911 Gründungsmitgl. des Amateur-Sportver., der späteren Wr. Austria. Während des Ersten Weltkriegs Militärdienst, 1918 Landsturm-Hptm. Nach seiner Rückkehr übernahm er wieder die Funktion eines Verbandskapitäns, war dann Bundeskapitän und Gen.Sekretär. M., der auch Journalist. tätig war, hatte wesentlichen Anteil an der Organisation des Professional-Fußballsportes (1924/25) in Österr., der Schaffung des Mitropa-Cups (1927–39), der Fußball-Weltmeisterschaft, der Erwerbung eines eigenen Verbandsheimes in der Berggasse und an allen größeren Aktionen der österr. Fußballbewegung. M. war auch der Schöpfer des sog. „Wunderteams“, einer Nationalmannschaft, die durch eine Reihe glanzvoller Siege über die spielstärksten Mannschaften der Welt großen Ruhm erlangte. Die große Bedeutung M.s für den österr. Fußballsport lag in seinem Ideenreichtum, seiner diplomat. Geschicklichkeit, seiner Organisationsgabe und vor allem in der Fachkenntnis, die er in der Leitung und Zusammensetzung der österr. Nationalmannschaft durch fast drei Jahrzehnte bewies.

L.: N. Fr. Pr. vom 17. und 18. 2., RP und Wr. Ztg. vom 18. 2., Der Montag mit dem Sport-Montag vom 22. 2. 1937; Niederösterr. Sport-Lex., red. von L. Schidrowitz, 1954/55; K. Langisch, Geschichte des österr. Fußballsports, 2. Aufl., o. J., S. 88, 100, 151 f.
(H. Strohmeyer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 28, 1974), S. 199
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