Melzer (Mölzer), Anton (1839-1916), Orgelbauer

Melzer (Mölzer) Anton, Orgelbauer. * Chotusitz b. Časlau (Chotusice, Böhmen), 30. 4. 1839; † Kuttenberg (Kutná Hora, Böhmen), 8. 8. 1916. Erlernte den Orgelbau in Wien und arbeitete dann in Berlin. 1859 gründete er in Kuttenberg eine Orgelfabrik. M. benützte 1875 beim Orgelbau in Böhmen als erster das Kegelladensystem. Auf der Allg. Landes-Jubiläums-Ausst. in Prag 1891 stellte er eine Einmanual-Orgel mit 14 Registern aus, die für Serbien bestimmt war, dann aber in der Dekanatskirche in Wlaschim aufgestellt wurde. Sein Sohn, Josef M. (* Kuttenberg, 6. 3. 1871; † Montreal, nach 1948), lernte beim Vater den Orgelbau, arbeitete dann bei großen Orgelfirmen in Wien, Krems, Frankfurt a. d. Oder etc. Nach dem Tode seines Vaters übernahm er die Leitung der Fa. in Kuttenberg und baute vor allem Orgeln mit pneumat. Traktur. M. lieferte Orgeln nach Prag für den St. Veitsdom, für die von Plečnik erbaute Kirche in Prag-Kgl. Weinberge, für die St. Wenzelskirche in Prag-Wrschowitz, für das Krematorium in Brünn etc.

L.: Cyrill, Jg. 39, 1913, S. 165, 181; Černušák–Helfert; Černušák–Štědroň–Nováček; V. Němec, Pražské varhany (Prager Orgeln), 1944, S. 234 f.
(A. Buchner)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 28, 1974), S. 216
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